Passt nicht: Feuerwerk und Fachwerk

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So wird es zum Jahreswechsel in Dieburg mit Sicherheit nicht aussehen – und das liegt nicht nur am fehlenden Schnee. So schön diese Szenerie, die unser Fotograf Patrick Liste als Fotomontage am Computer erstellt hat, auch sein könnte: Feuerwerk darf nicht in der Nähe von Fachwerkhäusern gezündet werden. Zu groß ist die Brandgefahr.

Dieburg - Wer das neue Jahr mit Raketen und Böllern begrüßen möchte, muss bereits seit drei Jahren vorsichtiger sein als bisher. Das gilt besonders in den Fachwerkkulissen der Altstädte, so auch in Dieburg. Von Lisa Hager

Wer in der Nähe von Fachwerkhäusern wohnt, sollte beim Thema Feuerwerk genau hinhören. Der Grund ist die Verschärfung des Paragrafen 23 der Sprengstoff-Verordnung. Der Bund hat darin ausdrücklich das Abbrennen von Feuerwerk in „unmittelbarer Nähe von Reet- und Fachwerkhäusern” verboten. Bislang galt das Verbot von Feuerwerk lediglich nur für die „unmittelbare Nähe” von Krankenhäusern oder Altersheimen. Unter „unmittelbarerer Nähe“ versteht man im Falle von Fachwerkhäusern acht Meter. Somit ist hiervon die gesamte Dieburger Altstadt betroffen. Eine Ausnahme stellt der Marktplatz dar. Hier kann man in sicherem Abstand zur Bebauung gemeinsam mit anderen das neue Jahr begrüßen.

Wer dennoch seine explosive Begrüßung des neuen Jahres ausgerechnet unweit eines Fachwerkhauses feiert, dem können Bußgelder drohen. Man wird wie üblich ein Auge auf die Feierenden haben. „Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme sollten Wesenszüge aller Feierfreudigen sein”, so Christiane Preiß vom Ordnungsamt. Es gelte, darauf zu achten, dass man weder sich selbst noch andere gefährde. Das Feuerverbot gilt auch für die chinesischen Himmelslaternen. Solche Laternen sind mittlerweile in der gesamten Bundesrepublik verboten.

Arbeitsreichste Nacht des Jahres

Brennende Balkone oder gar Häuser, Rettungsdiensteinsätze und witterungsbedingte Unfälle: Den 1,3 Millionen Feuerwehrangehörigen in Deutschland steht zu Silvester die arbeitsreichste Nacht des Jahres bevor. Nicht geprüfte Knallkörper, illegal eingeführt oder auch selbst gebastelt, stellen eine besondere Gefahr dar. Vor allem Minderjährige sind von Feuerwerkskörpern fasziniert. Erwachsene sollten daher mit ihren Kindern über die Gefahren reden. „Wer verantwortungsvoll mit Böllern umgeht, kann als Vorbild manche schwere Verletzung verhindern“, so die Feuerwehr in ihren Tipps zum fachgerechten Umgang mit den Böllern. Auf keinen Fall sollte man Jugendliche unter 18 Jahren mit dem „Sprengstoff“ hantieren lassen, empfiehlt die Dieburger Feuerwehr.

Unbedingt sollte man die Gebrauchshinweise der Hersteller beachten. Mit wenigen Ausnahmen ist eine Verwendung von Feuerwerk in geschlossenen Räumen verboten. Nach dem Anzünden muss ein ausreichender Sicherheitsabstand gewahrt werden. „Werfen Sie Feuerwerkskörper nicht blindlings weg – und zielen Sie niemals auf Menschen. Zünden Sie Blindgänger nie noch einmal“, so die Feuerwehr. Und Heimwerker seien gewarnt: Feuerwerkskörper soll man nie selbst basteln. Hier kann es zu schwersten Verletzungen kommen. Artikel, die in Deutschland zum Verkauf zu Silvester freigegeben sind, müssen über eine Prüfnummer der BAM (Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung) verfügen.

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