Petrus als Freund, Petrus als Feind

Die Auftritte der Tanzschule Wehrle lockten das größte Publikum vor das Schloss Fechenbach. Mehr Bilder gibt es auf Seite 3. Foto: dörr

Der 34. Maimarkt des Dieburger Gewerbevereins litt am Wochenende unter dem kühlen und teils regnerischen Wetter. Nach eher schwachem Zuspruch am Freitag und Samstag entschädigte aber der Sonntag ein wenig. Glanzlicher gab es aber dennoch. VON JENS DÖRR

Dieburg – „Du kannst nicht mehr tun, als die Veranstaltung gut zu organisieren und alles sauber hinzustellen“, sagt Marktmeister Armin Kaiser. „Man ist dann eben immer abhängig vom Wetter, das ist einfach ein ganz wichtiger Faktor.“ In der Tat: Mal ist Apostel Petrus, der im Volksmund gern auch als Wettergott herhält, Freund eines solchen Außenereignisses, mal ist er der Feind.

Was am Maimarkt besonders im Vergleich von 2018 zu 2019 einmal mehr deutlich wurde: Denn nach dem herausragenden vergangenen Jahr mit Bilderbuch-Wetter war es am Freitag empfindlich kühl und am Samstag schauerte es gar. „Selbst von den Ausstellern bleiben dann manche weg“, stellte Kaiser fest. „Der Händler, der E-Bikes zum Testen anbieten wollte, ist zum Beispiel nicht gekommen.“

So fiel der Zuspruch am ersten Abend recht verhalten aus, am Samstagabend war es sogar ziemlich leer im Fechenbach-Park. Da mochte sich Schlagersänger Peter Lorenz am Samstag vor dem Schloss noch so sehr mühen, mitunter gar zum „Dibborsch Äla!“ auffordern: Der Funke sprang mangels Masse kaum über. Manche kuschelten sich förmlich in die Weinfässer, in denen man besonders stilvoll seinen Schoppen trinken konnte. Weite Teile der Bänke im Weindorf blieben jedoch verwaist. Trotzdem gab es auch Frequenzbringer mit großem Zuspruch. Allen voran die Show der Tanzschule Wehrle am frühen Samstagabend: Hier zeigten mehrere Gruppen ihr Können. Der Platz vor dem Schlossaufgang, der zur Bühne umfunktioniert worden war, war mit hunderten Besuchern besetzt.

Auch bei der Modenschau von Getting Dressed in der Zuckerstraße passte am späten Samstagnachmittag kaum noch ein Mäuschen ins Geschäft. Inhaberin Simone Enders hatte den Laufsteg diesmal nach draußen verlängert, so dass auch die Flaneure der Fußgängerzone einen Blick auf die neusten Kollektionen des Modegeschäfts werfen konnten. Passabel war auch die Zahl der Gäste im französischen Markt neben der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul. Der verkaufsoffene Sonntag, an dem es immerhin trocken blieb, zog in Verbindung mit dem Autosalon auf dem Marktplatz letztlich doch eine stattliche Schar ins Zentrum. Wohl auch, weil dann das Programm besonders für Familien mit Kindern besonders üppig ausfällt. Ein Höhepunkt ist das Entenrennen auf der Gersprenz, das die Dieburger Feuerwehr mit Plastikenten bestreitet und damit bei den Kids für große Augen sorgt. Stets eine dreistellige Zahl, manchmal sogar bis zu 300 Enten, schwimmen um die Wette. Die Feuerwehr nutzte den Maimarkt wie andere Gruppen außerdem zur Eigenwerbung (siehe Infokasten).

Während die Kinder auch bei den anderen Spielangeboten des Maimarks selten lange zum Mitmachen angeregt werden musste, blieben die erwachsenen Besucher meist eher träge beziehungsweise lieber in der Rolle des Beobachters, Zuhörers und Genießers. Als am Freitagabend zwei hochkarätige Boogie-Woogie-Paare zum Mittanzen anregten oder Fitness-Fachfrau Julia Fröhner mit ihrer Gruppe zum Ausprobieren des Fitnesstrends Smovey-Vibroswing anregten, hielt sich das Publikum im Park meist dezent im Hintergrund.

Andächtig lauschte es derweil bei jenen Klängen, die den dreitägigen Mix aus Gewerbeschau, Weindorf und Familienfest am Freitag nach den Ansprachen von Gewerbevereins-Chefin Evelin Allmann, Bürgermeister Frank Haus und Weindorf-Chefin Bettina Roie einleiteten: Das Alphorn-Ensemble aus Biebergmünd-Kassel nahe Gelnhausen, in dem auch die Dieburger Wolfram Fuhr und Jürgen Janssen mitspielen, blies mit seinen imposanten Instrumenten zum bunten Treiben.

Fotos im Internet

da-imnetz.de

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