Pfarrfastnachtssitzung

Narrenhimmel hängt über Dibborsch

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Bestens aufgelegt war Moderatorin Christiane Bubach, im außernärrischen Leben Leiterin der Kita St. Martin.

Dieburg - Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: „Zur Wallfahrt sin’ die Zimmner, die fromme - eine Woche zu früh gekomme!“ Von Jens Dörr 

Zum „Kimmel Andres“ packte sich das Publikum auf Geheiß von Äla-Oberfetzer Klaus Becker an den Schultern und los ging die Polonaise durch den Saal. Die Pfarrfastnachtssitzungen waren wieder mit jeweils 120 Besuchern komplett ausverkauft.

Den Fauxpas des Pfarrers aus der Nachbargemeinde, seine Schäfchen im vergangenen Jahr falsch über den Termin des katholischen Treibens in Dieburg zu informieren, nahm Seppel Hach am Freitag- wie am Samstagabend dankbar auf: In gewohnt spitzer Manier protokollierte er auf den beiden Dieburger Pfarrfastnachtssitzungen im Pater-Delp-Haus Welt-, Lokal- und Kirchengeschehen der vergangenen zwölf Monate. Praktisch alle Vortragenden stammten auch diesmal wieder aus der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul.

Im Sprachgebrauch keineswegs immer streng katholisch, aber auch nie weit unter der Gürtellinie kamen die Späße an der Premiere am Freitag, für die - wie auch für den Samstag - 120 Karten verkauft worden waren, daher. Hachs Ding sind Stammtisch-Witze ohnehin nicht - er verpackte seine Scherze aufs Neue subtiler, ohne sie den gebotenen Biss verlieren zu lassen. Dass Gemeindepfarrer Alexander Vogl im Gegensatz zum Limburger Bischof keine goldene Badewanne besitze, unterstellte Hach wohlwollend - „obwohl ich noch nie bei ihm gebadet habe“. Und verquickte gleich darauf Bundes- mit Lokalgeschehen: „Berlin is’ lahm, Dibborsch is’ fit - die Orgel is’ ferddisch, de’ Flughafe’ nit!“ Auf der Suche nach dem Himmel fiel ihm ein: „Das kann doch nur mein Dibborsch sein!“

Armin Hamich befeuerte die Stimmung musikalisch an.

Schon bei diesem ersten Wortvortrag waren die Zuschauer am Freitag unterdessen bestens aufgewärmt - nach der Begrüßung durch die Moderatorinnen Christiane Bubach, Brigitte Miller und Angelika Gondolf heizten nämlich sofort die Äla-Fetzer ein. Die Stimmungsmacher wurden wie gewohnt von Klaus Becker angeführt, der auch den „Kimmel Andres“ anstimmte. Nicht deshalb war es für die Fetzer derweil ein stressiger Abend, wie auch der Samstag: Schließlich stand später jeweils noch der Auftritt bei der KVD-Sitzung in der Römerhalle an. Von dort hingegen ins Pater-Delp-Haus hetzte Werner Utmelleki, der zuvor am Piano noch die Speeslochfinken „versorgt“ hatte und dann auf der Pfarrfastnacht gemeinsam mit Armin Hamich nachlegte.

Seppel Hach trug aufs Neue ein formidables Protokoll vor.

Mit von der Partie waren diesmal auch Bernhard, Paula und Annika Haus, die „Großvater und Enkel“ spielten, und Hiltrud Jonas als Krankenschwester. Die KVD-Nachwuchstänzerinnen brachten eine Muppet-Show zur Aufführung (Leitung: Carina Winter, Evelyn Pfeiffer und Natalie Josten), Seppel Hach ging nochmals an die närrische Front und stimmte Stimmungslieder an. Ebenfalls vor der Pause der Sitzung mit ihren zwei je zweistündigen Hälften präsentierten Lara und Sina Miller Komisches aus der Welt der Messdiener. Dass sie in die Rolle geschlüpft sind, durfte man nicht behaupten: Auch im „echten Leben“ dienen sie in den Gottesdiensten.

Im zweiten Durchgang mischten dann Freunde der Kita St. Martin - die bekanntlich die erneut bestens aufgelegte, bereits erwähnte Christiane Bubach leitet - ebenso mit wie Manuela Paul als „Dibboijer Mädsche“. Unter der Leitung von Katharina Albert schwangen dann Kilian Ludwig, Erik Marx, Claus Konrad, Otmar Breitenbach und Harald Schöning im Männerballett die Beine. Ehe Alexander Vogl wieder als „Till“ der Welt den Spiegel vorhielt, bewies Philipp Hiemenz in seinem musikalischen Beitrag Aktualität: Auch der jüngste unfreiwillige Exodus - um in der Bibelsprache zu bleiben - der Gutenbergschüler fand Einzug in seine Verse.

Hinter den Kulissen sorgten Doris Diefenbach, Kilian Ludwig, Heike Imig, Monika Hartmann und Hans Rohmann (Ordensherstellung) für wichtige Leistungen rund um die diesjährige Dieburger Pfarrfastnacht. Die Bedienung stemmten die - natürlich echten - Messdiener der quirligen Gemeinde.

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