Mit Physik bis ins Bundeskanzleramt

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Voll besetzt war die Aula der ADS am Dienstagabend. Links Dr. Jürgen Geyer.

Dieburg ‐ Die Teilnahme war freiwillig, doch die Aula der Alfred-Delp-Schule (ADS) am Dienstagabend war voll: Über mangelndes Interesse bei „Schüler fragen – Profis antworten“ konnte sich der Rotary Club Dieburg-Babenhausen nicht beklagen, der diesen Berufsinformationsabend gemeinsam mit den Radiosendern FFH und Planet Radio veranstaltete. Von Jens Dörr

Präsident Dr. Jürgen Geyer zeigte sich ebenso überwältigt vom Zuspruch wie der Dieburger Dr. Albrecht Achilles, der für die Öffentlichkeitsarbeit der Rotarier zuständig ist. Überwiegend Schüler aus Klasse 11 und 12 der ADS kamen, obwohl der Abend auch anderen Schülern aus dem Kreis offenstand. Sie alle wollten wissen: Welcher Beruf passt zu mir?

In ihren Berufen arrivierte Leute, wie die Mitglieder des Rotary Clubs, gehören neben Berufsberatern der Kreisagentur für Beschäftigung zu jenen, die jungen Menschen bei der Antwort auf diese Frage helfen können. Am Dienstagabend waren die Berufe, über die informiert wurde, auf angehende Abiturienten und spätere Studenten, ausgerichtet.

Für Physiker stehen alle Wege offen

Den Fliesenleger oder Bäckermeister, fand man an diesem Abend nicht, stattdessen Rotarier aus zehn Berufsfeldern: Von Agrarwissenschaftler Achilles, der diesen Beruf bis voriges Jahr ausübte, über den Mediziner Geyer bis hin zum Physiker Dr. Ingo Hofmann deckte der Rotary Club ein breites Spektrum ab. Zu Physiker Hofmann trauten sich zu Beginn ausschließlich junge Männer, während am Nebentisch bei der Biologie die Frauen dominierten.

Wo Hofmann schon war, will Schüler Jonas Dirb mal hin: „Ich habe mich über die Physik in der Forschung bereits auf der ,Hobit’ in Darmstadt informiert – mein Ziel ist es, irgendwann für die CERN (Europäische Organisation für Kernforschung Anm. d. Red.) zu arbeiten.“ Florian Holwas wollte derweil wissen, ob in der Forschung die Jobs tatsächlich unsicherer sind als in der freien Wirtschaft. Die Lehre sieht Holwas nur als „Notlösung“ – schon jetzt mache sich der Lehrermangel in Physik an vielen Schulen – auch der ADS – bemerkbar. Auf jeden Fall stünden Physikern trotz keineswegs überdurchschnittlicher Bezahlung alle Wege offen, so Ingo Hofmann: „Man kann sogar Bundeskanzlerin werden.“

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