Frauenpower an der Spitze

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Pia Mangold (links) wurde von Dr. Thomas Schäfer, Hessischer Minister der Finanzen, in ihr neues Amt eingeführt. Zuvor leitete Dr. Birgit Binder (rechts) das Dieburger Finanzamt.

Dieburg - Das Finanzamt hat eine neue Vorsteherin. Auf Dr. Birgit Binder, die die letzten fünf Jahre die rund 150 Angestellten betreute, folgt Pia Mangold. Von Corinna Hiss 

„Loyalität und Wertschätzung im Umgang miteinander“, das betonte die frisch gebackene Vorsteherin des Dieburger Finanzamtes bei der offiziellen Einführung immer wieder. Seit knapp zwei Monaten arbeitet die 44-Jährige nun in Dieburg und freut sich, „endlich wieder an der Front“ zu sein, nachdem sie lange Zeit im Hessischen Ministerium der Finanzen in Wiesbaden gearbeitet hat.

Nachdem ihre Vorgängerin, Dr. Birgit Binder, nach fünf Jahren das Dieburger Finanzamt verlässt, hat es wieder ein Frau an die Spitze geschafft. Kein Zufall, wie Dr. Thomas Schäfer, Hessischer Minister der Finanzen, in seiner Rede betonte. „Bei uns läuft die Förderung von Frauen in Führungspositionen entspannt“, sagte er. Damit sei die hessische Landesverwaltung ressortübergreifend Vorreiter in Sachen Frauenquote, die sich meist mit der Bestenauslese decke. „Sie ist eine ausgezeichnete Führungskraft“, brachte er es auf den Punkt.

„C’est si bon“, zu deutsch „Ist das schön“, fanden auch Pia Mangolds Kollegen Maria Kolb und Frank Kabel, die heitere französische Chansons auf Gitarre und Akkordeon anstimmten und so die Amtseinführung auflockerten.

Neben lobenden Worten für die künftige Vorsteherin fand Schäfer auch kritische in Bezug auf die aktuelle Steuerpolitik. „Die Steuervereinfachungen wurden nicht wie gewünscht realisiert“, kritisierte er und nannte es eine „unbefriedigende Situation“.Sowohl für den Steuerzahler, der Geld in einen Steuerberater investieren müsse, als auch den Sachbearbeiter, der sich nach einer komplizierten Prozedur nur einmal mehr freuen könne, wieder einen Verwaltungsakt gemeistert zu haben. Renate Leutke-Stegmann, Finanzamtsvorsteherin der Gruppe Süd, die selbst ihre Vorstandslaufbahn in Dieburg begonnen hatte, wies auf mögliche Herausforderungen hin. „Dieburg ist ein kleines Finanzamt, bei dem die räumlichen und personellen Ressourcen gering sind“, sagte sie.

Mangold selbst, die nach dem Jurastudium in Heidelberg zuerst beim Finanzamt Frankfurt und dann im Hessischen Ministerium in Wiesbaden gearbeitet hatte, blickte zuversichtlich auf ihre neue Aufgabe. Sie wolle Ansprechpartner für ihre Mitarbeiter sein und sowohl bei fachlichen als auch persönlichen Problemen ein offenes Ohr haben. Auf eine Sache freut sie sich besonders: „Die Dieburger Fastnacht!“

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