Pläne für Konviktsgelände aufgegeben

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Das Konviktsgebäude wird jetzt doch nicht zum Seniorenzentrum umgebaut. Die Parkanlage soll erhalten bleiben.

Dieburg -   Endlos ist in den vergangenen Jahren öffentlich und nichtöffentlich über die Nutzung des brach liegenden Konviktsgeländes diskutiert worden. Schon einmal hatte sich der Plan eines Gesundheitszentrums, für dessen Anbindung extra ein Kreisel mitgebaut worden war, zerschlagen. Von Lisa Hager

Jetzt ist der zweite Anlauf, dort ein Seniorenzentrum zu etablieren, gescheitert: Das Bistum Mainz hat seine Pläne für das Konviktgeländes auf Eis gelegt. Damit sind auch die Pläne für die Wohnbebauung hinfällig.

Von der völlig überraschenden Kehrtwendung zu einem Zeitpunkt, als die Stadt kurz davor stand, Baurecht zu schaffen, ist Bürgermeister Dr. Werner Thomas und die Vertreter der Fraktionen bei einem persönlichen Gespräch in Mainz informiert worden. „Wir möchten den Parkcharakter stärker erhalten und werden uns um eine neue Investorenlösung für das Bischof-Ketteler-Haus bemühen“, hatte Generalvikar Dietmar Giebelmann bei dem Gespräch, an dem auch der Kuratoriumsvorsitzende der St. Rochus Stiftung, Rechtsanwalt Dr. Raimund Lieb teilnahm, mitgeteilt.

In einer Pressemitteilung wird davon gesprochen, dass der Bürgermeister es begrüßt habe, dass der Vorstand der St. Rochus Stiftung sein Konzept für das Altenzentrum überarbeitet und „sehr frühzeitig den Stadt- und Fraktionsvertretern vorgestellt“ habe. „Dem muss ich widersprechen„, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich hätte mir diese Information erheblich früher gewünscht. So können wir unsere bereits geleistete Arbeit in die Tonne klopfen.“ Als er von der Einladung erfuhr, habe er bereits befürchtet, dass die Planung „zu Grabe getragen werde“.

Statt Seniorenzentrum nun ein Altenpflegezentrum geplant

Statt des geplanten Seniorenzentrums auf dem Konviktsgelände will die St. Rochus Stiftung jetzt ein modernes Altenpflegezentrum am Krankenhaus bauen. In dem Gebäudekomplex soll auch ein Ärztehaus integriert werden. „Das würde den gesamten Standort attraktiver machen und wir können durch kurze Wege Synergieffekte erzielen“, sagte der geschäftsführende Stiftungsvorstand Horst Piepenburg auf Anfrage. „Die Nähe zu ambulanten Fachärzten, der Zugriff auf die Krankenhausinfrastruktur sowie die Innenstadtlage werden eine optimale Betreuung für jetzige und künftige Nutzer des Altenzentrums ermöglichen“, erläuterte Markus Bazan, Generalbevollmächtigte der Stiftung.

Mit der Umsetzung des neuen Konzepts soll sofort begonnen werden. Schnellstmöglich soll städtisches Baurecht geschaffen werden, damit die Arbeiten Anfang 2010 beginnen können. Unter dem künftigen Altenzentrum an Steinstraße und Kratzengasse sollen Privatinvestoren eine Tiefgarage errichten. Für die ehrgeizigen Pläne am Krankenhaus werden auch bestehende Gebäude abgerissen werden müssen.

Das Konzept soll der Öffentlichkeit in einer Bürgerversammlung am 3. November vorgestellt werden.

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