Plätzchenverkauf für die ersten Orgel-Euros

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Die Mitglieder des neuen Orgelförderkreises (v. l.): Ursula Achilles, Rosemarie Martin, Maria Haupt, Vorsitzender Karlheinz Braun, Pfarrer Alexander Vogl, Richard Berg, Erich Mertesacker und Dr. Werner Thomas. Im Hintergrund Doris Diefenbach. Pfarrer Vogl überreichte symbolisch eine Orgelpfeife der defekten Orgel.

Dieburg (ves) ‐ „Wir brauchen keinen offiziellen Verein, sondern eher einen Förder- und Gönnerkreis“, sagte Pfarrer Alexander Vogl. Um schnelle Hilfe für eine neue Orgel für die Wallfahrtskirche zu schaffen, wurde am Sonntag ein Orgelförderkreis gegründet.

Eingebettet ist dieser in den 1899 gegründeten Kapellenbauverein, dessen Zweck die Restaurierung der Gnadenkapelle ist und der 130 fördernde Mitglieder zählt. Seit dem Frühjahr ist die prachtvolle Orgel der Dieburger Wallfahrtskirche endgültig verstummt. Trotz aller Bemühungen und im Laufe der Jahre vorgenommen Restaurierungen oder Säuberungen ist das Instrument nicht mehr zu retten. Da die Finanzierung neuer Glocken und Orgeln nicht vom Bistum Mainz übernommen wird, ist eine Investition seitens der Gemeinde notwendig. Daher folgten viele Leute dem Aufruf und fanden sich nach dem Gottesdienst am Sonntag in der Pfarrkirche St. Peter und Paul ein, um sich dem Orgelförderkreis anzuschließen oder ihn zu unterstützen.

Bislang hatte die Gemeinde sehr viele große Ausgaben zu tragen“, blickt Pfarrer Vogl zurück. So betragen die Kosten für die Renovierung des Pater-Delp Hauses 1,4 Millionen Euro, von denen 770 000 Euro als Darlehen zu zahlen sind. „Eine längerfristige Investition“, meinte Vogl. Auch für die Kindergärten fielen Kosten von 20 000 Euro an und die Instandsetzung der Elektrik und Kanalisation in der Gnadenkapelle verlangte nochmals einen Betrag von 80 000 Euro.

Beispiel an Groß-Zimmern nehmen

Hinzu kommt das undichte Dach des Gemeindesaals in St. Wolfgang, hier regnet es bereits hinein und eine Renovierung ist erforderlich. Deshalb ist es notwendig, das Orgelprojekt Gnadenkapelle auf breite Füße zu stellen. In Zusammenarbeit mit einem Orgelsachverständigen wurde bereits ein Konzept für die neue Orgel entwickelt, das die Organisten um ihre Wünsche und Anregungen ergänzt haben.

Nun wartet man auf die Angebote der angeschriebenen Orgelbaufirmen, um dann möglichst schnell eine Entscheidung zu treffen. „Wir sprechen hier von einer sechsstelligen Summe“, erklärt Vogl. Er betont jedoch, dass diese Summe nicht über 500 000 Euro liegen soll. „Wir können uns hier ein Beispiel an Groß-Zimmern nehmen“, sagt Vogl und verweist auf diverse Projekte, die in der Nachbargemeinde für die Anschaffung einer Orgel unternommen wurden. Den Vorsitz des Förderkreises übernimmt Karlheinz Braun. Ihm schlossen sich spontan sieben Personen an, die die nächsten Schritte und Maßnahmen des Förderkreises planen wollen. Mit Bürgermeister Dr. Werner Thomas, Erich Mertesacker, Doris Diefenbach, Richard Berg, Rosemarie Martin, Maria Haupt und Ursula Achilles hat der Förderverein tatkräftige Helfer gefunden.

Stand auf dem Glückstalermarkt

Auch weitere Personen hinterließen spontan ihre Adressen, um bei Bedarf einzuspringen. „Ich helfe gerne bei Aktivitäten und stehe auch fürs Plätzchenbacken zur Verfügung“, erklärte eine Besucherin. Denn der neue Förderkreis verliert keine Zeit und die erste Idee ist bereits in Umsetzung. Mit viel Elan machten sich die Beteiligten ans Werk und so fand bereits am Dienstagabend das erste Treffen der Mitglieder statt. „Auf dem Glückstalermarkt wurde ein Stand frei, den wir übernehmen können“, berichtet Diefenbach. Hier sollen Plätzchen verkauft werden, deren Erlös der neuen Orgel zu Gute kommt.

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