Powerfrau mit ganz viel Herz

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Großes Finale, großer Moment: die Freie Sängervereinigung Dieburg und Kathy Kelly beim gemeinsamen Auftritt.

Dieburg - Monatelang hatten sie mit ihrem Dirigenten Thomas Möller hart geprobt. Ihre Lieder bis zur Perfektion einstudiert. Dem großen Ereignis mit immer mehr Aufregung entgegengefiebert. Von Julia Glaser 

Am vergangenen Freitag war der große Abend dann endlich da: Die Freie Sängervereinigung Dieburg stand mit Kathy Kelly, der stimmgewaltigen ehemaligen Frontfrau der berühmten Kelly Family, gemeinsam auf der Bühne in der Kirche St. Wolfgang.

Am aufgeregtesten war aber wohl Susanne Krimm, die Vorsitzende der Freien Sängervereinigung. Sie bewundert die „Grand Dame of Voice“ schon lange, war ein großer Fan der Kelly Family. „Als die Anfrage kam, ob wir mit Kathy Kelly singen würden, habe ich kurzerhand zugesagt, habe noch nicht mal irgendjemanden gefragt“, erzählt sie dem Publikum schmunzelnd vor Beginn des Konzerts. Mehr als 350 Karten waren verkauft, alle Bänke der Kirche mit Zuschauern gefüllt. Zum Einstieg in das rund zweieinhalbstündige Programm stand der junge Sänger Marlon Witthalm am Mikrofon, ein Freund von Kelly aus Heidelberg. Mit viel Gefühl sang er die Ballade „Home“ von Michael Bublé. Danach wärmte der gemischte Chor das Publikum mit schwungvollen afrikanischen Volksliedern auf, bei denen bereits die ersten Füße mitwippten, Köpfe nickten und in die Hände geklatscht wurde.

„Who’ll come with me?“

Schließlich war es so weit und der lang erwartete Ehrengast betrat die Bühne. Schon das erste Lied, „Who’ll come with me?“, ließ die Herzen aller Kelly-Fans höher schlagen, war es doch der erste Nummer-1-Hit der Kelly Family. Aber das Repertoire der 50-jährigen Künstlerin umfasst viel mehr, als nur ehemalige Hits ihrer Familie. Und eben davon dürften viele überrascht gewesen sein, die sie nur mit ihrer Zeit bei der Kelly Family in Verbindung gebracht hatten. In ihrem Programm bot die Vollblutmusikerin eine Vielfalt an Sprachen und musikalischen Genres, begleitete ihre Lieder abwechselnd selbst mit Gitarre, Geige oder Akkordeon. Unterstützt wurde sie dabei von Andy Recktenwald am Keyboard.

Akkordeon, Gitarre und Geige: Die Vollblutmusikerin Kathy Kelly beherrscht sie alle.

Ihre Songauswahl umfasste spanische Liebeslieder wie „Yo te quiero“, die irische Ballade „The Star of the County Down“, das französische Chanson „Exodus“ oder das berühmte „Halleluja“ von Leonard Cohen. Mal laut und beherzt, mal leiser und voller Gefühl, mal schneller und dann auch wieder ganz langsam: Kathy Kellys Programm hatte für jeden Besucher ganz eigene Highlights. Was vielen nicht bekannt sein dürfte: Kelly ist klassisch ausgebildete Opernsängerin. Dass sie diese Bezeichnung zu recht trägt, bewies sie mit ihrer Darbietung der Arie „Vissi d’arte“ aus der Oper Tosca von Giacomo Puccini.

Mit „Adiemus“, dem Hit „Solang man Träume noch leben kann“ der Münchner Freiheit oder dem Blues-Song „Goodnight Sweetheart“ konnte auch die Freie Sängervereinigung ihr Können im Laufe des Abends erneut eindrucksvoll unter Beweis stellen. Zum Finale standen Kelly und die Sänger und Sängerinnen des Chores gemeinsam auf der Bühne. Bei den Spirituals „Go tell it on the Mountain“ und „Glory Halleluja“ hielt es die Besucher dann nicht mehr auf ihren Sitzen: Tanzend und klatschend begleiteten sie den Konzerthöhepunkt.

Zum Abschluss wurde es mit den „Irischen Segenswünschen“ wieder besinnlicher. Selbstverständlich gab es auch noch eine Zugabe. Fazit: Kathy Kelly ist eine Powerfrau, deren Bühnenerfahrung, musikalisches Talent und Herzlichkeit jeden Konzertbesucher davon überzeugt haben dürfte, dass sie auch als Solokünstlerin hundertprozentig überzeugen kann.

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