Dieburg

Premiere: FDP überholt SPD

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Landtagsabgeordneter der FDP

Mit einer Überraschung für Wilhelm Reuscher(FDP) endete gestern der Landtagswahlabend: Der 55-Jährige, der Anfang des Jahres in den Vorruhestand gegangen ist, wird nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis Landtagsabgeordneter werden.

Dieburg (eha) -  „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet“, sagte er gestern dem Dieburger Anzeiger. „Ich wollte mich zwar jetzt in meinem neuen Lebensabschnitt mehr in der Politik engagieren, aber dass es auf Landesebene sein würde, war nicht zu erwarten.“ Reuscher profitierte von dem enormen Zuwachs der FDP, die landesweit um über sechs Prozent, in Dieburg um fast sieben Prozent auf 18,5 Prozent zulegte - und eine Premiere - damit die SPD überflügelte. Die Sozialdemokraten brachen in Dieburg um fast die Hälfte von 32,8 auf 17,5 Prozent ein.

Nur wenig zurückerobert hat die CDU bei den Zweitstimmen: Sie kam auf 39,5 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte die Christdemokraten in Dieburg einen Erdrutsch hinnehmen müssen: Sie hatten 16 Prozent verloren.

Keine Chance hat die Linkspartei in Dieburg. Sie blieb mit 4,3 auf dem Vorjahresniveau und erreichte hier weniger als im Landesdurchschnitt (5,3 Prozent).

Grund zur Freude haben die Grünen: Verloren sie 2008 noch 2,6 Prozentpunkte und landeten bei 9,0, verdoppelten sie diesmal ihr Ergebnis fast auf 16,4 Prozent.

Die Verluste der SPD verteilten sich in Dieburg - so auch der landesweite Trend - ziemlich gleichmäßig auf Grüne und FDP.

Bei den Erststimmen holte CDU-Direktkandidatin Silke Lautenschläger auf und holte ihr Mandat von Newcomer Patrick Koch zurück. Sie kam in Dieburg auf 43,8 Prozent (2008: 42,3). Der 32-jährige Otzberger holte in Dieburg nur noch 26,6 Prozent (2008: 34,2). Marianne Streicher-Eickhoff (Grüne) aus Groß-Zimmern verbesserte sich von 7,3 auf 9,8 Prozent. Bei den Erststimmen legte Wilhelm Reuscher (FDP) um vier Prozent auf 14,7 zu.

Barbara Daum von der Linkspartei landete ähnlich wie im Vorjahr abgeschlagen bei 3,3 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag mit 67,4 Prozent unter der von 2008 (knapp 70 Prozent).

Quelle: op-online.de

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