Prinzessin für einen Tag

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Geburtstagsüberraschung für Christiane Bubach auf „dibboijerisch“: Da wird man ganz schnell zur Fastnachtsprinzessin. -

Dieburg - Es ist der Traum vieler Dieburger: Einmal Prinz oder Prinzessin in der närrischen Hochburg an der Gersprenz zu sein. Auch Christiane Bubach, Leiterin der Kita St. Martin, träumt als passionierte Fastnachterin regelmäßig davon.Von Michael Just

Zu ihrem 50. Geburtstag am Dienstag erfüllte sich dieser Wunsch - wenn auch etwas anders als erwartet: Ihre Schützlinge und Kolleginnen machten sie mit unzähligen Ideen für einen Tag zur Fastnachtsprinzessin. Am Morgen wurde sie mit einem Cabrio und einem Traktor als Geleit von zu Hause abgeholt. Stilecht gab’s davor noch ein repräsentatives Kleid über den Kopf sowie eine Perücke aufs Haupt.

Der Prinz an ihrer Seite wurde ebenfalls nicht vergessen: Als Stoffpuppe rückte er, ganz dem Anlass entsprechend, in die zweite Reihe. Etwas Verwunderung rief lediglich der Fahrradhelm von Bubach hervor: Erst in der Kita tauschte ihn die passionierte Sportlerin gegen das Krönchen ein. Beim Erreichen des Kindergartens standen bereits Dutzende von Kindern als Ritter, Feen, Cowboys, Spider-Männer, Tiger oder Kätzchen zwecks Jubelempfang am Straßenrand und schwenkten mit lauten Äla-Rufen die Fähnchen in den bekannten rot-weiß-grün-gelben Streifen. „Die haben wir selbst gebastelt“, erzählte Anke Reiter, die die Aktion akribisch vorbereitete hatte und selbst als amerikanische Freiheitsstatue auftrat. Während die Prinzessin ihrem Hofstaat vom Cabrio aus kräftig zuwinkte, lugte so mancher Nachbar ungläubig aus dem Fenster und wunderte sich über das Treiben in der Pater-Delp-Straße, das nach sechster Jahreszeit anmutete.

Natürlich fehlte eine Rede auf Christiane I. und ihren Titel „Dancing Queen von de Rittergass, St. Martins Big Boss und Sportler-As“ nicht. Darin wurde ihr pädagogisches Geschick und ihre freundliche Art gelobt. Als i-Tüpfelchen gab es noch einen große Orden um den Hals und einen Kuchen, der mit Bajazz und Gänserchen eine Kopie des Fastnachtsbrunnen darstellte. Kollegin Miriam Lohrum hatte sich hier mit viel Marzipan und Hingabe richtig ins Zeug gelegt.

Pfarrer Alexander Vogl überbrachte im Namen des Trägers ebenfalls seine Grüße, genauso wie der Elternbeirat. Als Musikus sorgte zudem Stefan Mann, bekannt aus der Dieburger Fastnachtssitzung, für Stimmung. „Bei 70 Kindern war es nicht so einfach, das alles geheim zu halten“, berichtet Erzieherin Anke Reiter. Am Ende zeigte sich die Überraschung mehr als geglückt. Selbst nach dem Empfang wurde noch weiter getanzt, gesungen und gelacht, als es für Bubach diverse Aufgaben, wie etwa das Raten von Fastnachtsliedern, zu lösen galt.

Ob es mit der ganz großen Prinzessinnen-Rolle für die Kita-Leiterin in Dieburg noch klappt, wird die Zukunft zeigen. Und wenn nicht, macht das auch nichts: Denn seit Mitte dieser Woche kann die Pädagogin mit Fug und Recht behaupten, schon einmal Prinzessin in Dieburg gesen zu sein – und zwar mit Hofstaat und allem was sonst noch dazu gehört.

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