Im Prinzip ja zum Altenheim

Dieburg ‐  „Das ist ein historischer Schritt. Ich bedanke mich - sozusagen - beim Hohen Haus“, kommentierte Matthias Riepe, einer der Pressesprecher des Vorstandsbevollmächtigten der St. Rochus Stiftung, die Entscheidung, die die Stadtverordneten am Montag in der letzten Sitzung des Jahres 2010 trafen: Bei nur einer Enthaltung von Susanne Albers (UWD) wurde die Offenlage des Bebauungsplans für das Seniorenzentrum St. Rochus einstimmig beschlossen. (Heribert Sürder und Tochter Sylvia Sürder waren der Abstimmung aus familiären Gründen ferngeblieben). Von Lisa Hager

Unter der Prämisse, dass eine Tiefgarage entstehe, könne seine Fraktion zustimmen, sagte Herbert Nebel (Grüne) und mahnte zur Eile: „Jede weitere Verzögerung verschlechtert das Image des Projekts.“ Auch für Ferdinand Böhm (SPD) ist die Tiefgarage der Dreh- und Angelpunkt für das bei den Anwohnern durchaus umstrittene Projekt. „Natürlich unterstützten wir die Offenlage, aber ohne Tiefgarage wird nicht gebaut“, sagte er klar.

Einer Ablöse der Stellplätze werde auch die CDU nie zustimmen, machte Fraktionsvorsitzender Markus Oberhuber deutlich. Dem Projekt an sich stehe man positiv gegenüber. „Ziel war es immer, das St. Rochus zu erhalten, das Seniorenzentrum zu bauen“, sagte Reuscher. Allerdings müsse die Stiftung selbst auch schnell aktiv werden. „Wir stimmen zu, um das Projekt endlich auf den Weg zu bringen, aber wir brauchen dazu auch einen Partner, und das ist die Stiftung.“ Er sah da durchaus Versäumnisse: Bislang nämlich seien keinerlei Unterlagen über die neue Planung beim für die Beantragung der Zuschüsse zuständigen Sozialministerium eingegangen. Er selbst habe beim zuständigen Sachbearbeiter des Referats mehrfach nachgefragt.

Trotz Beschluss tut sich die Stiftung mit dem Projekt schwer

Wir werden jetzt alles daran setzen, die Planung auch umzusetzen“, versprach Riepe, der als einziger Vertreter der St. Rochus Stiftung anwesend war. Gleichzeitig verteidigte er sich gegen Reuschers Vorwurf, bislang beim Sozialministerium nicht vorstellig geworden zu sein. „Ich muss Herrn Reuscher korrigieren“, sagte Riepe in der Sitzung am Montag. „Das Ministerium hat seit Freitag bereits Kenntnis von den Plänen.“

Dies allerdings schien eine Schutzbehauptung zu sein, um Kritik abzuwehren, die Stiftung kümmere sich zu wenig um die Landeszuschüsse. Gerade diese aber waren in vorher gehenden Diskussionen - auch mit Anwohnern - stets als ausschlaggebend für die Realisierung des Projekts bezeichnet worden.

Anscheinend tut sich die Stiftung mit dem Projekt trotz positiver Beschlussfassung in der Stadtverordnetenversammlung immer noch schwer: „Bislang ist im Ministerium immer noch nichts eingegangen, ich habe extra noch mal nachgefragt“, meldete sich Reuscher am Mittwoch aus Wiesbaden bei unserer Zeitung.

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