Prozess in Darmstadt

Bluttat in Dieburg: Angeklagter M. voll schuldfähig?

Dieburg/Darmstadt - Haben die Stimmen in seinem Kopf den für den Mord an einer 81-jährigen Rentnerin aus Dieburg Angeklagten Denny M. zur Tat geführt? Eine Frage, die wohl nie zweifelsfrei geklärt werden kann. Von Lars Herd 

Und doch muss man sie stellen, wenn der mutmaßliche Täter M. – er hat die Tat in mehreren Explorationen (Gesprächen) gestanden und sein Blut wurde am Tatort gefunden – verurteilt werden soll.

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Nach der Auswertung der Explorationen, die Ernst Ulrich Vorbach am Donnerstag ausführlich vorgetragen hat, sei er zu dem Schluss gekommen, M. für voll schuldfähig zu erklären. Jedoch wolle er nicht auf dieser Aussage „stehen bleiben“, erklärte er. Derzeit spreche allerdings nichts für eine psychologische Störung im Tatverlauf.

Den Entschluss zu fassen, überlasse er jedoch den Juristen. Erst wenn der Tatablauf geklärt sei, könne man genauer – aber wohl nicht zweifelsfrei – urteilen. Hätten M. und die Mitangeklagte Jana F. beispielsweise zu zweit einen Überfall oder gar den Mord an der 81-Jährigen geplant, seien Stimmen im Kopf unwahrscheinlich. Bei einer spontanen Tat hingegen, wäre es durchaus möglich, dass die Stimmen ihn angetrieben haben. Auch das Nachtatverhalten mit der geplanten Flucht deute nicht darauf hin.

Aus therapeutischer Sicht regt Vorbach aber an, M. bei einer Verurteilung lieber in eine Psychiatrie zu stecken als in eine Justizvollzugsanstalt. Dafür sei er zu gefährlich – wie M. kürzlich in einer Exploration selbst gesagt haben soll –, schließlich sei er ja trotzdem psychisch krank.

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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