Rechtzeitig die Notbremse ziehen

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Arbeiten Hand in Hand: Ausbildungsbegleiter Maximilian Graeve (li.) und stellvertretender Schulleiter Peter Farr.

Dieburg - (eha)   Nicht erst warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist, sondern vorher reagieren: Das ist das Ziel eines neuen Modellprojekts mit dem sperrigen Titel „Qualifizierte berufspädagogische Ausbildungsbegleitung in Berufschule und Betrieb“ (QuABB).

Berater, die in Schulen eingesetzt sind, sollen möglichst viele Ausbildungsabbrüche verhindern helfen. Der Landkreis unterstützt das Projekt, indem er an der Landrat-Gruber-Schule kostenfrei einen Raum für einen Ausbildungsbegleiter zur Verfügung stellt.

Vor dem Hintergrund, dass fast jede fünfte Ausbildung in Deutschland vorzeitig abgebrochen wird, begrüßt Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann das auf zunächst drei Jahre angelegte Projekt: „Es ist wichtig, rechtzeitig von den Jugendlichen zu erfahren, wo der Schuh drückt, um mit geeigneten Unterstützungsangeboten kompetent reagieren zu können.“ Nicht zuletzt habe man mit einem ähnlichen Projekt zur Verbesserung des Ausbildungsumfelds von 2002 bis 2006 äußerst positive Erfahrungen gemacht.

In dem vom Kreis zur Verfügung gestellten Raum ist Ausbildungsbegleiter Maximilian Graeve seit etwa einem Vierteljahr Ansprechpartner. Der Sozialpädagoge vermittelt passgenaue Hilfsangebote und stellt Kontakte zwischen den Rat suchenden Jugendlichen und den Hilfeeinrichtungen her. Dabei unterstützt wird er vom stellvertretenden Schulleiter, Studiendirektor Peter Farr, der die Aufgabe eines Beratungslehrers wahrnimmt. Er ist oft erste Anlaufstation für die Auszubildenden, denn er steht in engem Kontakt mit den Fachlehrern der verschiedenen Berufsgruppen und kümmert sich bei fachlich-pädagogischen Problemen um entsprechende Förderangebote.

Ausbildungsbegleiter Maximilian Graeve ist über die LGS zu erreichen: Tel. 06071/964883, E-Mail: graeve@quabb.inbas.com.

Bei persönlichen und betrieblichen Problemen wird dann der QuABB-Ausbildungsbegleiter eingeschaltet. Sein Ziel ist es, in Konfliktfällen möglichst alle wichtigen Akteure mit einzubeziehen. Dazu gehören die Eltern genauso wie der Ausbildungsbetrieb, die Kammer, aber auch die Einschätzung des sozialen Umfelds des Auszubildenden. „Diese Hilfe ist dringend notwendig“, stellt Fleischmann fest. Denn die Jugendlichen verlieren bei einem Ausbildungsabbruch kostbare Lebenszeit, erleben Frustration und finden oft keinen Anschluss mehr an den Ausbildungsmarkt. „Außerdem werden Betriebe durch finanzielle und zeitliche Fehlinvestitionen für weitere Ausbildungen demotiviert“, so der Schuldezernent.

Das Modellprojekt wird vom hessischen Kultus- und Wirtschaftsministerium sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

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