Regen: ungebetener Gast

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Die Steinstraße besser ins Geschehen einbeziehen – dieses Vorhaben gelang trotz der schlechten Witterung.

Dieburg - „Das ist so schade, die haben sich damit doch so viel Mühe gegeben“, sagt die Frau, die am Samstag um die Mittagszeit auf dem Dieburger Wochenmarkt ihre Spargel an den Kunden bringt. Von Jens Dörr und Lisa Hager

Die Wochenmarkt-Beschickerin - eine von sechs, die an diesem Samstag ihren gewohnten Standort auf dem Marktplatz verlassen und sich wenige Meter weiter zwischen Volksbank und Sparkasse positionieren musste - brachte damit auf den Punkt, was am Wochenende viele dachten: Solch ein mieses Wetter hatte der Maimarkt nicht verdient. „Was soll man machen, ändern kann man es eben nicht“, zuckte Armin Probst, zusammen mit Heyke Möller und Thorsten Keil mit viel Enthusiasmus an die Organisation gegangen, mit den Schultern. Besonders am Samstag kostete der Dauerregen, der erst gegen Abend nachließ, viele Besucher. Am Sonntag besserte sich die Lage etwas: Viele nutzten den Nachmittag trotz Schauern und Gewitter zu einem Bummel über den Markt und schauten auch gerne in die bis zum Abend geöffneten Geschäfte rein.

Am Freitag schon hatte sich der Himmel am Nachmittag Stück für Stück zugezogen, und am frühen Abend gab es einenersten Schauer. Viele hundert Dieburger und Menschen aus der Region - die Macher hatten nicht nur im Kreis Darmstadt-Dieburg, sondern auch im Raum Rödermark/Rodgau für die Veranstaltung geworben - ließen sich den Besuch dadurch aber nicht nehmen. Sie schlenderten bei milden Temperaturen über den Marktplatz, durch den Fechenbach-Park und die Steinstraße, die mehr Stände und Aktionen bot als in den Vorjahren. Musikalischer Höhepunkt war am Freitag die Salomon C. Kenner Group.

Bilder vom Maimarkt 2012

Maimarkt im Regen

Dass diese mit ihren Liedern unter anderem aus den Genres Soul und Blues den Lokalmatadoren von „Bee Flat“ am Samstag sehr nahe kamen, mag jeder unterschiedlich dramatisch bewerten. Eine deutlichere Differenzierung – die Setlists der Gruppen beinhalten teilweise dieselben Titel – wäre aber mit Sicherheit kein Fehler gewesen. Frei von Kinderkrankheiten kann eine Großveranstaltung wie der Maimarkt aber gar nicht sein, wenn die vom Ausrichter Gewerbeverein Dieburg mit der Organisation beauftragte Heyke Möller einerseits nur ein kleines Team an ihrer Seite weiß, andererseits Gewerbetreibenden, den (auch in der Finanzierung) wichtigen Autohäusern, Standbetreibern und Besuchern gleichermaßen gerecht werden will. So war etwa der Blick vom Zelt auf dem Marktplatz gen Bühne nicht von jedem Platz aus ungetrübt. Gerade bei Umwälzungen in Sachen Standorte ist nicht jeder Aussteller begeistert, wenn er sein angestammtes Domizil aufgeben muss.

Allerdings wurde augenscheinlich, dass die Macher es verstehen, der dreitägigen Veranstaltung neue Impulse einzuhauchen. Neben Gewerbetreibenden, die bisher nicht zu den Martktteilnehmern gehörten, fiel zum Beispiel der „Gesundheitspark“ am Rochus-Krankenhaus auf. Der ließ sich unterhaltsam erlaufen, da auch die Steinstraße kaum Lücken aufwies. Auch den Gesundheitsangeboten machte vor allem am Samstag zwar der Regen zu schaffen, doch bei anderer Witterung könnte sich das Angebot als zukunftsträchtig erweisen.

Entfernt vom Zentrum

Dr. Thomas Basting präsentierte gesunde Küche, Fachvorträge und Vorstellungen etwa des Roten Kreuzes, der Johanniter oder des Vereins „Barrierefreies Dieburg“ gehörten zum Gezeigten. Sobald ein Dach über dem Kopf war – etwa beim Vortrag von Andreas Enders zur Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht in der „Bücherinsel“ – war die Resonanz ordentlich.

Auch etwas entfernt vom Zentrum geschah am Wochenende vieles. Die Georgs-Pfadfinder hatten eine Slackline über die Gersprenz gespannt, die Feuerwehren der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Bergstraße veranstalteten ihre Wettkämpfe (siehe Artikel unten). Die Wehr war auch beim Entenrennen, einem der Highlights am Sonntag, mit von der Partie. „Ein äußerst gut gefülltes Wochenende“, wie Dieburgs neuer Stadtbrandinspektor Sven Weyrauch mit Verweis auf Schulungen sowie den Betrieb des eigenen Stands am Maimarkt anmerkte.

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