Reiter feiern Geburtstag

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Reiterhochzeiten wurden standesgemäß mit Hochzeitskutsche gefeiert.

Dieburg ‐ Am 28. März 1950 wurde der Dieburger Reit-Club (DRC) – damals noch „Reit- und Fahrverein Dieburg“ - gegründet. Vieles hat sich seitdem getan.

Mehr als 1 000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind durch den DRC im Laufe der Jahre an den Reit- oder Voltigiersport herangeführt worden, mehr als 60 Reitturniere wurden durchgeführt – darunter hervorragend organisierte Hessische Meisterschaften in Dressur, Springen, Vielseitigkeit und Fahren.

Zwei Reitanlagen, eine davon mit Reithalle, Stallungen und Vereinsgaststätte am Messeler Weg 100 wurden in Eigeninitiative geplant, gebaut und unterhalten. Seit 1968 wurden Schulpferde für Reitschüler zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Möglichkeiten war man immer auf dem Laufenden hinsichtlich artgerechter Haltung zum Wohle der Pferde. Weideland wurde gekauft und die Ständerhaltung zu Gunsten von Boxen abgeschafft.

Reiten auch als Schulsport

Neben dem normalen Unterricht wurden und werden fachspezifische Kurse in Dressur und Springen, aber auch breitensportliche Kurse oder Einblicke „Rund ums Pferd“ angeboten.

Mittlerweile gibt es auch Reiten als Schulsport. Regelmäßig nehmen Mitglieder des Dieburger Reit-Clubs erfolgreich an Turnieren in Dressur, Springen und Vielseitigkeit teil. Voltigieren nahm mit vielen internationalen Starts der Dieburger in den 90er Jahren einen hohen Stellenwert ein. Ein Höhepunkt war zum Beispiel die Teilnahme des Dieburger Voltigierpferdes Whisky an den Weltreiterspielen in Rom 1998, wo er den Amerikaner Devon Maitozo zum Weltmeistertitel trug. Auch jetzt steht mit Peppina wieder ein motiviertes Voltigierpferd zur Verfügung.

Traditionelle Teilnahme bei Fastnachtszügen

Gesellschaftliche Anlässe wurden wahrgenommen. So wurden gut besuchte und allseits beliebte Reiterbälle mit bis zu 600 Gästen veranstaltet. Wunderschöne fröhliche Reiterhochzeiten wurden standesgemäß mit Hochzeitskutsche und Eskorte gefeiert. Bis auf drei wetterbedingte Ausnahmen nahm die Reitergarde regelmäßig mit Bannerreitern, närrischem General und Adjutantin an den Fastnachtszügen teil. Die Adjutantin, Karin Graf, macht das übrigens seit 1958. Drei Reiterprinzessinnen konnten gefeiert werden.

Erfolgreiche Pferde wurden gezüchtet – wie zum Beispiel der unvergessene Rio von Familie Lohrum, der sich als Dressurpferd bis zum Grand Prix entwickelte. Gründungsmitglied Hans Mischler wurde für seine Verdienste um die Trakehnerzucht mit der Freiherr-von-Schrötter-Medaille ausgezeichnet.

60. Geburtstag wird Ende Oktober noch einmal gefeiert

Auch Dramatisches gab es. So zum Beispiel im März 1995. Da entledigte sich das Schulpferd Sancho seiner Reiterin und versank auf seinem Heimweg in einem vom vielen Regen durchweichten Spargelacker. Die mit Gurten und Decken herbeigeeilten Helfer wälzten sich genauso hilflos im dünnflüssigen Morast wie das Pferd. Unter Vollnarkose wurde der gute dann mittels Schwerlastkran der Firma Meister aus dem Acker gerettet. Er hat alles gut überstanden und freut sich heute noch seines Lebens. „Euer Pferd hat die Villa Rustica wieder gefunden“, bemerkte kurz darauf ein mit Luftarchälogie vertrauter Sportpilot und zeigte entsprechende Bilder.

Viel Engagement und Enthusiasmus, Improvisationstalent, Ausdauer und Passion von Reitlehrern, Vorständen, Mitgliedern, Freunden und Gönnern haben im Laufe dieser sechs Jahrzehnte den Dieburger Reit-Club geprägt. Gefeiert wurde dies an diesem Wochenende beim Frühlingsturnier (Bericht folgt in der Mittwochsausgabe des Dieburger Anzeigers) und bei einem großen Kreisreiterball Ende Oktober wird der 60. Geburtstag noch einmal zelebriert.

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