Comedian Johann König gastiert in der Dieburger FH-Aula

Remmi Demmi mit Spitzen

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Comedian Johann König hat „Total Bock auf Remmi Demmi“.

Dieburg ‐ Gekleidet in einen braunen Cordanzug mit orangen Paspeln, dazu ein grell-gelbes Hemd sowie eine bunte, abreißbare Krawatte, so betritt Johann König die Bühne. Er steht unbewegt da, lässt den Blick schweifen und seine Fans sind begeistert.

Wenn Johann König auf seine unnachahmliche Weise so schaut, kann man ihn schon für ein bisschen wahnsinnig halten. Es ist die gespielte Psychose, für die ihn seine Fans lieben. Als er mit seiner Stimme, die zu seinem Markenzeichen geworden ist, beginnt, Sätze zu stammeln, sind die Besucher aus dem Häuschen und die ersten Lacher toben durch den Saal.

„Total Bock auf Remmi Demmi“ heißt das aktuelle Comedy-Programm, mit dem König in der FH-Aula weilte. Johann König hat Bock auf „Remmi Demmi“? Allein diese Kombination verleitet zum Staunen. Denn Johann König mit seiner zeitweisen Lethargie und „Remmi Demmi“, da treffen zwei Welten aufeinander.

In seinem Programm, das zeitweise von langen „Null-Bock“ Phasen durchzogen war, weist König das Publikum gleich zu Beginn darauf hin, dass seine Show erst lange nach Beendigung richtig gut werden würde. Die FH-Aula bezeichnet der Comedian als „holzgetäfelte, blaubestuhlte Riesensauna“, in der er sich eingesperrt fühlt. „Wenn ihr nicht hier wärt, würde es heute noch weniger Sinn machen, hier zu sein“, erklärt er dem Publikum seine „Unlust“.

König philosophiert, liest und singt, trägt seine eigenen literarischen Kreationen in Form von Gedichten vor, die manchmal kaum einer versteht, die aber immer zum Lachen reizen. Kleine gemeine Spitzen bis hin zu Schlägen unter die Gürtellinie, König lässt nichts aus und brachte so manchem ein Aha-Erlebnis, in dem man sich selbst oder seinen Nachbarn wiedererkennt. Auch eindeutig-zweideutige Anekdoten ziehen sich wie der rote Faden durch das Programm, die gegen Ende in Spitzen ausarten, die so manchen Zuschauer die Röte ins Gesicht treiben. Aber, was er auch macht, wie er sich gibt - das Publikum liebt ihn. „Er war ganz anders als im Fernsehen, viel heftiger in Ton und Ausdrucksweise, so habe ich ihn mir gar nicht vorgestellt“, sagt Cornelia Schmidt. Ihr Begleiter Robert Hahms ergänzt „Ich kannte ihn schon von der Bühne und finde ihn jedes Mal aufs Neue sehr gut. Der nächste Besuch ist für mich bereits geplant“, lächelt er.VERENA SCHOLZE

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