Die richtige Lösung schmecken

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Geschmackssinn gefragt: Oregano oder doch Majoran? Kristina Kroll und Sascha Häntschel müssen beim Berufswettbewerb mit verbundenen Augen herausfinden, welche Kräuter vor ihnen liegen. Kevin Krimm (rechts) notiert die Antworten seiner Mitstreiter. 

Dieburg - Die angehenden Landwirte und Gärtner der Landrat-Gruber-Schule haben am bundesweiten Berufswettbewerb teilgenommen. Sie mussten Fachwissen und handwerkliches Geschick beweisen. Von Bettina Link

In zwei Reihen aufgestellt stehen die kleinen weiße Schalen auf dem Tisch, darin: verschiedene Samen und Körner. Dominik Laumann und Julian Mann von der Landrat-Gruber-Schule (LGS) beugen sich über die Schälchen und grübeln: Was könnte das sein? Die beiden müssen zuordnen, welche Sämereien oder Futtermittel vor ihnen liegen.

Diese Aufgabe ist Teil des Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend. Zum Regionalentscheid sind auszubildenden Landwirte der LGS am Dienstag angetreten. Ein Wettbewerb, der alle zwei Jahre an der LGS ausgetragen wird. Auch die Gärtner haben an dem Berufswettbewerb für ihren Fachbereich teilgenommen. Sie traten am Donnerstag an. Die Schüler aus dem Bereich Landwirtschaft müssen neben der Bestimmung von Samen, Futtermitteln und Werkzeug auch eine Präsentation über ihren Betrieb halten und aus Flacheisen einen Gerätehalter herstellen.

Namen der Spezialwerkzeuge nicht einfach

Schweißtreibende Arbeit: In 45 Minuten müssen die angehenden Landwirte beim Wettbewerb eine Werkzeughalterung herstellen.  

Dominik Laumann und Julian Mann machen bereits zum zweiten Mal mit. Viel gelernt haben sie nicht für den Wettbewerb, denn: „die meisten Sachen kennen wir eh aus dem Alltag“, sagt Dominik Laumann. Im ersten Ausbildungsjahr, als er schon mal angetreten war, sei ihm die Zuordnung noch schwerer gefallen. Nur die Namen der Spezialwerkzeuge seien nicht so einfach, meint Julian Mann: „Wir kennen das Werkzeug und arbeiten auch damit, aber wie es heißt, weiß man oft nicht.“

Dem 19-jährigen Dominik Laumann gefiel die Präsentation seines Familienbetriebs am besten. Der Vortrag war nicht jedermanns Sache, so etwa für Julian Mann. Dabei sei der mündliche Vortrag sehr wichtig, wie der Prüfer Michael Dörr vom Bauernverband betont: „Die Landwirte müssen sich ja auch nach außen präsentieren.“ Deswegen achten er und die Lehrerin Martina Bott auf die Rhetorik und den Ausdruck. Auch wichtig ist ihnen, wie die Schüler die Zukunftsaussichten ihres Betriebs erläutern.

Möglichkeit sich zu vergleichen

Auch wenn an der einen oder anderen Stelle eine Lücke auf dem Prüfungszettel geblieben ist, sind die meisten zufrieden mit dem Verlauf des Wettbewerbs. „Das ist eine gute Möglichkeit sich zu vergleichen“, meint Dominik Laumann, der sich voraussichtlich sogar im Landesentscheid beweisen darf. Er belegte beim Regionalentscheid den dritten Platz, nach Simon Schempp (1. Platz) vom Kohlbacher Hof in Brensbach und Steffen Zöller aus Groß-Zimmern (Hof Jörg Dressel).

Während die Landwirte in ihrem Wettbewerb alleine antreten, dürfen die rund 150 Gärtner ihre Aufgaben beim Berufswettbewerb in einem Dreierteam lösen. „Wer geschickt war, hat sein Team mit Schülern aus verschiedenen Fachbereichen gebildet“, erklärt Lehrer Peter Schäfer. Denn die Aufgaben kommen sowohl aus der Floristik als auch aus dem Garten- und Landschaftsbau. So müssen die Schüler Gehölze bestimmen, einen Blumenübertopf verkaufsgerecht gestalten sowie Pflanzen mit allen Sinnen erfassen. Die Sinne sind nicht nur beim Ertasten von verschieden Gartenbaumaterialien gefragt, sondern auch beim Erkennen der Kräuter. Mit verbundenen Augen probieren sich Kristina Kroll und Sascha Häntschel durch die Geschmackswelt von Basilikum, Petersilie, Majoran und Oregano. „Das ist gar nicht so einfach“, sagt Kevin Krimm, der die Ergebnisse seiner beiden Mitstreiter protokolliert, „aber sie schlagen sich tapfer“. Und sichtlich Spaß haben die angehenden Gärtner auch an den Aufgaben.

Kleine Kunstwerke

Sogar das Gestalten eines schlichten Plastiktopfs hat denjenigen Spaß gemacht, die sonst gar nichts damit zu tun haben, wie Fachlehrerin Britta Schäfer bemerkt hat: „Es ist spannend zu sehen was alles entsteht.“ Aus den schlichten braunen Plastikübertöpfen sind kleine Kunstwerke entstanden. Bunt beklebt, mit Blumen und Bändern verziert, ist dem Topf sein eher unschöner Ursprung nicht mehr anzusehen.

Auch den Landschaftsgärtnern Kariem Osman, Johannes Stumpf und Nico Schickling hat es gefallen, sich mal in der Floristik auszuprobieren und einen Blumentopf zu gestalten. „So kriegen wir mal einen Einblick in alles, das ist gut“, meint Kariem Osmann und spricht damit für die meisten Teilnehmer.

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