Riesen-Mikado bringt Kinder in Schwung

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Einen neuen Kinderspielplatz hat das Naturfreundehaus auf der Moret. Das „Balancier- und Bewegungs-Mikado“ soll zu einem Anziehungspunkt für junge Familien werden. Dieburgs Ausflugsziel Nummer 1 hat auch an diesem langen Wochenende offen.

Dieburg - „Wir hätten das nicht machen können, wenn wir nicht so viel Geld für die Wasserleitung gesammelt hätten“, sagt Sabine Schröder, Vorsitzende der Naturfreunde Dieburg. Dabei schaut sie auf den neuen Spielplatz, den das Naturfreundehaus neben der Moret neuerdings ziert. Von Michael Just

Beim Blick auf die 35 000 Euro teure Investition, die offiziell mit „Balancier- und Bewegungs-Mikado“ umschrieben ist, wird schnell klar, dass hier mit den Restgeldern etwas außergewöhnliches geschaffen wurde: Lange, geschälte Baumstämme schießen gleich mehrfach gen Himmel und geben mit den Aufbauten dazwischen reichlich Platz zum Hangeln und Klettern.

Diese Woche wurde der naturnahe Waldspielplatz, der fast ausschließlich aus Holz besteht und das Ziel verfolgt, seine Nutzer in Bewegung zu bringen, eingeweiht. Zu dem freudigen Anlass waren auch Dieburgs Erster Stadtrat Wolfgang Schupp, Marianne Streicher-Eickhoff für den Kreis und Marie Luise Drabke für dessen Dorf- und Regionalentwicklung gekommen. Letztere genehmigte Zuschüsse von rund 30 Prozent des Gesamtbetrags aus EU-Mitteln.

Dafür mussten die Naturfreunde ein pädagogisches Konzept erstellen, wie der Spielplatz genutzt wird. Das war schnell realisierbar, denn nicht nur mit der Dieburger Marienschule, der Hergershäuser Bachwiesenschule und der Flanagan-Schule in Babenhausen pflegt man enge Kontakte. Deren Schüler sind regelmäßig bei Ausflügen, Übernachtungen oder Feiern zu Besuch.

Auch bei der Einweihung schauten die entsprechenden Schulleiter mit einer Klasse vorbei: Die Marienschüler wanderten auf Dieburgs höchsten Punkt (212 Meter), die Kinder aus den Nachbarorten kamen mit dem Bus. Auf alle warteten Kuchen und Getränke, dazu hatten sie das Privileg, die Geräte als erstes zu benutzen.

Der neue Spielplatz löst die überkommenen Spielgeräte ab, die mehrere Jahrzehnte lang benutzt worden waren. Nur die Rutsche wurde übernommen.

„Mit diesem Projekt ist ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen“, schwärmt Schröder. Die große Anlage soll zukünftig verstärkt junge Familien auf die Moret ziehen. Damit geht das Ziel einher, vielleicht ein paar junge Mitglieder für die Naturfreunde zu gewinnen.

Im Rahmen seiner Sanierungsmaßnahmen ist der Verein mit seinem neuen Spielgelände wieder ein großes Stück weitergekommen. „Jetzt stehen 2012 noch die sanitären Anlage an“, freut sich Schröder. Ersten Gedanken, dass der kleine Verein sich auch hier über eine finanzielle Unterstützung freut, erteilt sie eine Absage: „Das lässt sich nicht mit den vorangegangenen Kosten vergleichen. Das können, müssen und wollen wir in diesem Fall selbst leisten.“

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