Stadtverordnete besichtigen mit Architekt den Rohbau der Römerhalle.

Riesige Bühne und noch viele kahle Wände

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Auf die riesige Bühne im Hauptsaal dürfen sich die Künstler schon einmal freuen.

Dieburg ‐ „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ – im baldigen Foyer der Dieburger Römerhalle liegen die in diesen Tagen noch auf dem Boden. An manchen Stellen ist es spiegelglatt auf der – recht sauberen - Baustelle, insbesondere im ersten Stock.  Von Jens Dörr

Dort, wo es hinaus geht aus dem Rohbau und sich zur Straße „Hinter der Schießmauer“ hin ein wunderschöner Blick hinweg über die Häuser der Kolpingstraße bietet. Allerdings nur für die Stadtverordneten, die Architekt Tilman Lange an diesem sonnigen Samstagvormittag nicht-öffentlich durch den Millionenbau führt: Denn das Areal, das sich auf den ersten Blick optimal für eine Terrasse zu eignen scheint, wird keine solche werden. „Dieser Bereich ist nicht für Besucher, sondern als Erweiterungsfläche gedacht“, erläutert Lange. Zunächst aber wird die Fläche überhaupt nicht bebaut und bleibt damit ungenutzt - um Lärm zu vermeiden und das Nervenkostüm der Anwohner zu schonen. Fast alle der Stadtparlamentarier lassen sich die exklusiven Einblicke an diesem Morgen nicht nehmen und stellten Lange beim Rundgang viele Fragen.

Hier, an der nordwestlichen Ecke der Halle, wird sich der Haupteingang befinden.

Der Marsch beginnt im Erdgeschoss: Insbesondere auf den Hauptsaal, in dem die großen Veranstaltungen wie die Fastnachtssitzungen stattfinden sollen, sind alle gespannt. Im Mittelpunkt der neuen Stadthalle fällt insbesondere die riesige Bühne auf. Ansonsten fallen die ersten Reaktionen unterschiedlich aus: Wegen der großen Breite der Halle und der im Vergleich mit der „Ludwigshall“ nicht besonders großen Länge wirkt der Saal auf manchen nicht so, als dass er deutlich mehr Plätze bietet als die bisherige „Gut Stubb“ Dieburgs. Das ist aber der Fall, und für manchen ist der erste Eindruck auch ein anderer: „Die Halle wirkt von innen doch größer, als wenn man sie nur von außen sieht“, findet etwa Rudolf Kipp. Lange klärt auf der Bühne unterdessen auf, wo ein Vorhang die Hinterbühne abtrennen und sich seitlich ein Schacht befinden wird. Alles sei „mit einer unglaublichen Haustechnik gespickt“. Ansonsten ist der Saal aber noch kahl, so dass es schon etwas Vorstellungskraft braucht, sich bereits die gemütliche Äla-Atmosphäre der „Luha“ vorzustellen. Das dürfte einfacher fallen, sobald Decken und Wände verkleidet sind und der Boden verlegt ist: In den Saal kommt Parkett, in das Foyer und die Mehrzweckräume im ersten Stock Fliesen. Über die Halb-Loggia auf der Nördlichen Längsseite der Halle freut sich derweil Wilhelm Reuscher: „So haben wir uns das vorgestellt.“

Dieburger können sich bald auch ein Bild machen

Bevor es aber nach oben geht, wo ab Sommer Gruppen und Vereine die Räumlichkeiten nutzen sollen, geht es abwärts: Im Keller zeigt Lange unter anderem die Künstlergarderoben. Vier davon gibt es, jede wird ihren eigenen Toilettenbereich bekommen. Auch Bühnenaufzug und Treppe werden thematisiert, ebenso der Bereich für Garderobe, Toiletten und mobile Theke - das alles wird sich im Keller befinden.

Zwei Stockwerke weiter oben, im ersten Obergeschoss: Die Stadtverordneten genießen erst einmal den Blick auf den am Samstag bestens frequentierten Penny-Markt, ehe sie sich wieder dem Bau zuwenden. Das Fenster, durch das die Regie von oben in den Saal blicken wird, wartet noch auf seine Linoleum-Scheibe. Für das gesamte Objekt, dessen Rohbau fertig ist, gilt: Die Fassaden- und Verglasungsarbeiten sind die nächsten Schritte. Auch in den Osterferien gehe es weiter ans Eingemachte, heißt es – so dass es mit der Eröffnung im Sommer hinhauen dürfte.

Zuvor aber, das verspricht Parlamentarier Friedel Jakob, wird sich jeder Dieburger noch ein Bild vom Werden der „Römerhalle“ machen können: „Vereine und Bürger, beide sind nicht vergessen.“

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