Martinsmarkt

Ein Ritter kennt kein Wetter

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Schwer bewaffnet: Besonders im historischen Marktteil ließen sich die teils aus dem Ausland angereisten Geschichtsfans die gute Laune vom Regen nicht verderben.

Dieburg - Musiker, Gaukler Kunsthandwerker lassen sich auf dem Martinsmarkt nicht unterkriegen. Viele kamen am Sonntag. Von Jens Dörr und Lisa Hager

Den Martinsgänsen machte es wohl am wenigsten aus: Mieses Wetter beeinträchtigte am Wochenende den Martinsmarkt des Dieburger Gewerbevereins. Bei der 27. Auflage des Treibens mit 120 Buden, historischem Marktteil im Fechenbach-Park kostete der Dauerregen am Samstag viele Besucher. Musiker, Gaukler und Kunsthandwerker und gut beschirmte Besucher – sie kamen vor allem Sonntag – ließen sich aber nicht unterkriegen.

Bilder vom Martinsmarkt

Martinsmarkt in Dieburg

Neben festem Schuhwerk - im Fechenbach-Park wurde der Bummel naturgemäß teils doch eine etwas schlammreiche Angelegenheit - waren bei nasskalter Witterung auf alle Fälle dicke Socken gefragt. Wie gut, dass von Norden her in die Steinstraße kommend sogleich der erste Stand nichts anderes als Strümpfe verkaufte. Einige Meter weiter beim DRK-Club „Abendsonne“ gab es die ebenfalls, daneben allerdings auch köstliches Apfelgelee und vieles mehr. Gegenüber nahmen unter anderem Bäckerei und Tee- und Kaffeeladen mit ihren Angeboten am Martinsmarkt teil - befreit von der Angst, der Verwirrte mit der Skelettmaske (der DA berichtete) könne wieder auftauchen. Der hatte nicht nur in der Zuckerstraße, sondern auch in diesen Geschäften schon mehrfach sein Unwesen getrieben, ist mittlerweile aber von der Polizei in Gewahrsam genommen und in die Psychiatrie gebracht worden.

Mit Blick auf den Martinsmarkt allerdings wichtiger: In der Steinstraße war so der Mix aus hiesigen Gewerbetreibenden, fahrenden Händlern und Dieburger Gruppen und Vereinen vertreten, der zum einzigartigen Flair der drei Tage beiträgt. da sorgte eispielsweise der Orgel-Förderkreis für deftige Wildschweinbratwurst,. war der Förderverein der Gustav-heinemann-Schule mit selbst gemachten Artikeln vertreten. Mitnichten regiert an allen Ständen der reine Kommerz, gleichwohl jeder auf gute Geschäfte hofft. Auch um die Ecke war vor dem Rathaus die Stimmung bei den Gästen von Dieburgs Partnerstädten Aubergenville und Mladá Boleslav bestens.

Auf das richtige Gefühl kommt es an

Etwas weiter, kurz vor dem Parkeingang, hatte wieder der Stand mit der Prägung historischer Münzen sein Stammdomizil gefunden. „Auf das richtige Gefühl kommt es an, du darfst aber nicht zu zaghaft sein“, erläuterte dort Prägemeister Horst Mann. Abseits des Martinsmarkts Hausmeister der Marienschule, war das Prägen für ihn in diesem Jahr ein besonderes: Denn eben diese Dieburger Grundschule kam diesmal als Motiv auf die Münzen. Die Idee stammte von Mann, der auf dem Martinsmarkt schon seit drei Jahren mit von der Partie ist.

Im Fechenbach-Park ließen sich unter anderem die Vertreter der Luxemburgischen Ritterschaft den Spaß an der möglichst authentischen Darstellung des späten Mittelalters nicht nehmen. Der Altheimer Armin Probst wurde in einer Zeremonie vom Knappen zum Ritter „befördert“ - nach Waschung, Ankleidung, Gebet in St. Peter und Paul und Festmahl folgte vor der Überreichung der Ernennungsurkunde der finale Akt - mit einer Ohrfeige als Ritterschlag.

Eine Pause legte der Regen am Sonntagnachmittag ein, so dass man ein paar Stunden sogar ohne Schirm durch die Gassen schlendern konnte. Die Kinder freuten sich, in die Gondeln des Riesenrads und aufs Karussell steigen zu können – ein Vergnügen, das niemals altmodisch wird, Gut besucht waren auch die Geschäfte der Innenstadt. Volles Haus beispielsweise im Kaufhaus Enders: Dort beherrschten weihnachtliche Deko-Angebote die Szenerie.

Gestern Abend klang der Martinsmarkt mit einem Konzert – unter anderem mit dem Chor „Poco Loco“ – in St. Peter und Paul aus (Bericht folgt).

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