Das Mittelalter zu Gast in Dieburg

Ritterspektakel: Dunkler Fürst und Lustrolle

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Lanzenwettkämpfe hoch zu Ross: Das mittelalterliche Ritterspaktakel bringt eine längst vergangene Zeit nach Dieburg.

Dieburg - Das Leben im Mittelalter als Event zu kultivieren liegt im Trend. Horst Bulheller, Chef des EHS-Showteams, verquickt diese Leidenschaft für Vergangenes mit der Artistik zu Pferde. Zum siebten Mal erlebte ein begeistertes Publikum am Wochenende das Ritterspektakel. Von Ursula Friedrich 

Das Volk zu Dieburg pilgerte auf den Aussiedlerhof hinter der Kläranlage. Zum zweiten Mal war der Großwiesenhof Schauplatz mittelalterlichen Markttreibens und spektakulärer Shows. Handwerker, Gaukler, das Orakel Elisabeth, Michael der Seher, der Wanderbäcker vom Schmaushaus, Silvana, die Zeitreisende, luden zur Einkehr in ihre Zelte. Nur um Scharfrichter Johannes, der die Axt für das Spektakel frisch gewetzt hatte, schlug, man einen Bogen. Echte Mittelalterfans kamen in historischer Aufmachung oder peppten die Garderobe im mittelalterlichen Modeshop um ein neues Gewand auf.

In der Taverne mit Gerstensaft, Lustrolle und Schandflecken (Mittelalter-Pizza) bestens verköstigt, so wappnete man sich für die Show auf dem Turnierplatz. Unter Regie von Horst Bulheller und Partnerin Sandra Strietz war der feinsandige Reitplatz mit großem Aufwand über Wochen in einen mittelalterlichen Turnierplatz umgerüstet worden. Schon sprengten die edlen spanischen Rösser durch das trutzige Burgtor. „Die Schwerter der Freiheit“ lautet der Titel des märchenhaftes Drehbuchs von Gut und Böse, das sieben Stuntreiter sowie ein Tross weiterer Darsteller und Stuntleute in Szene setzten. „Buuuuh“, „Ahhhh“, „Ohhhh“ und viel „Handgeklapper“ aus dem Publikum wiesen auf eine eingeschworene Truppe von Stammgästen hin.

Die Show wurde mit erfolgreichen Zutaten der Vorjahre (Horst Bulheller verkörperte die dunkle Seite, Prinzessinnen Amera alias Sandra Strietz die wackere Prinzessin) versehen, aber auch mit neuen Ideen gewürzt. So glänzte Bulheller als rosafarbener Antiheld in einer Doppelrolle, während die edle Garde Iscarions (Dominik Delnef, Tomek Podzien und Michael Reichert) die Rüstung anlegte, um dem dunklen Fürsten das Handwerk zu legen. In diesen Wettstreit legten die Akteure ihre Kunst mit Waffe und artistischen Fertigkeiten im Sattel. In der Königsdisziplin hoch zu Ross mit Lanze machte auch Sandra Strietz gegen den männlichen Widersacher eine tolle Figur. Zweites Mädel im Sattel: Prinzessin Gabriela, alias Stefanie Schiers-Kröcker, die auf ihrem Schimmelhengst Impressionen von Zirsensik und der hohen Schule der Dressur bot. Pferdefans kamen ebenso auf ihre Kosten, wie die mittelalterlichen Lebens und kühnen Rittertums.

Bilder: Ritterspektakel in Dieburg

Horst Bulheller, Chef des EHS-Show- und Ausbildungsstalls, ließ in seiner neuen Inszenierung Artistik, Zirsenisk und die hohe Schule des Reitens und Fahrens einfließen. Komprimiert wurde diese Leistung noch einmal in der anschließenden Feuershow. Die Faszination für das heiße Element wurde zu fortgeschrittener Stunde mit Artistik und Reitkunst zu einer atemberaubenden Darbietung verwoben.

Am nächsten Wochenende, von Freitag, 19., bis Sonntag, 21. Mai, ist das Ritterspektakel noch einmal zu erleben. Turnierzeiten: Freitag, 19 Uhr, Samstag 14 und 19 Uhr und Sonntag 13 und 17 Uhr. Die Feuershow wird am Freitag und Samstag ab 21.30 Uhr gezeigt.

Verwegen preschte das Ensemble auf unerschrockenen Pferden durch lodernde Flammen. Ein spanischer Lanzenritt, Darbietungen mit der Kutsche, eine Dressur ohne Zügeleinwirkung im Glanz sprühender Funkenmeere war zu erleben. Der Feuertanz des Duos Staffire rundete die Darbietung ab – vor dieser Leistung hatten sich selbst die schwarzen Gewitterwolken über dem Turnierplatz rasch gen Osten verzogen.

Bilder: Ritterspektakel in Dieburg

Quelle: op-online.de

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