St. Rochus Klinik

Geburtshilfe vor dem Aus

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Geboren im Rochus: Das wird es ab Juli vermutlich nicht mehr geben. Im Dezember und Januar hatten Ärzte, Mitarbeiter, Hebammen, Mütter und „Rochus-Kinder“ für den Erhalt des Krankenhauses und der Geburtshilfe demonstriert. -

Dieburg - Die St. Rochus Klinik findet keine Gynäkologen. Es gab wieder eine Demo auf dem Marktplatz. Von Jens Dörr

Während es das „DI“ seit Anfang 2013 wieder auf dem Kfz-Kennzeichen gibt, scheint das Ende des Geburtsort „Dieburg“ im Personalausweis programmiert: Am 30. Juni wird die Geburtshilfe-Station am katholischen Krankenhaus St. Rochus in erster Linie aufgrund Ärztemangels wohl für immer geschlossen. Das ist nun fast sicher: Die Suche nach neuen Gynäkologen in den vergangenen Wochen blieb ohne Erfolg. Nur ein letzter Strohhalm ist noch übrig.

Frank Bletgen, Geschäftsführer des Dieburger Krankenhauses mit seinen 100 Normal- und Intensivbetten, bislang fast 200 Mitarbeitern und mehreren angeschlossenen Praxen, hat kaum noch Hoffnung: „Ab 1. Juli wird es in Dieburg wohl keine Entbindungen mehr geben.“ Zwar sei die Zahl der Geburten in den vergangenen Jahren von jährlich 800 auf 300 zurückgegangen. „Es geht uns aber nicht darum, dass wir die Station schließen wollen, um Geld zu sparen“, betont Bletgen noch einmal das, was er auch schon vor wenigen Wochen herausgestellt hatte. Der Knackpunkt sei die personelle Situation: „Um die Geburtshilfe in Dieburg dauerhaft aufrechtzuerhalten, brauchen wir vier Gynäkologen - wir haben aber nur zwei.“

Zwei Ärzte sind zu wenig

Das sind derzeit Theodoros Maltaris und Nadda El-Nahawi, die eine gynäkologische Gemeinschaftspraxis am „Gottwald-Kreisel“ betreiben. Zu wenig, wie Bletgen ausführt: „Wenn man eine Geburtshilfe-Station betreiben will, muss man das rund um die Uhr gewährleisten können. Das ist mit nur zwei Ärzten unmöglich.“

Entsprechend schrieb das Haus vor einigen Wochen Stellen für Gynäkologen aus. „Leider ohne Erfolg“, fasst Bletgen zusammen. Erhofft hatte man sich, dass sich niedergelassene Frauenärzte einen Anschluss ans St. Rochus als Belegärzte vorstellen könnten. „Viele sind dazu wegen der schwachen Vergütung bei gleichzeitig sehr hohem Engagement aber nicht bereit“, bedauert Bletgen.

Konkretes Dieburger Ergebnis dürfte bald also sein, dass Schwangere, auch aus Groß-Zimmern, Münster und weiteren Nachbarorten, die bisher oft den Weg ins St. Rochus fanden, künftig zur Entbindung nach Groß-Umstadt fahren müssen. Das versucht eine Initiative noch zu verhindern: Eine von ihr für Samstag (24.) um 12 Uhr auf dem Marktplatz Dieburg geplante Veranstaltung soll weniger eine Demonstration gegen die Pläne der Krankenhaus-Verantwortlichen und das Bistum Mainz als eine gemeinsame Informationsveranstaltung über die Hintergründe der geplanten Schließung werden.

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Die Mütter wollen beraten, inwiefern sie selbst auf Gynäkologen der Region zugehen und ihr Anliegen vortragen wollen. Ein Aufruf ihrerseits ist in den Augen Bletgens der letzte Rettungsversuch. Immerhin: Nach dem vor ein paar Wochen verkündeten Abbau von 40 Stellen würde eine Schließung der Geburtshilfe keine weiteren Arbeitsplatz-Verluste im Dieburger Krankenhaus bedeuten. Das allgemeine frauenärztliche Angebot – allerdings eben ohne Entbindungen am St. Rochus – bleibe auch über den Juni hinaus bestehen, so Bletgen.

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