St. Rochus Krankenhaus

Für Mitarbeiter wird es ernst

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Dieburg - Dem Dieburger St. Rochus Krankenhaus steht eine schwierige Phase bevor: Wie im vergangenen Jahr bereits durch das Bistum Mainz angekündigt, soll es in nächster Zeit zu einem Abbau von Stellen in der Kratzengasse kommen, um das defizitäre Haus sukzessive aus den roten Zahlen zu führen. Von Jens Dörr

Dazu legte Geschäftsführer Frank Bletgen der Mitarbeitervertretung des Krankenhauses nun ein Restrukturierungskonzept vor, das auch am Dienstagabend auf einer Mitarbeiterversammlung diskutiert wurde. Das Konzept sieht mit Blick aufs Personal in fast allen Bereichen des Hauses einen Abbau vor. Dieser könnte besonders stark die Pflege auf den Normalstationen betreffen. Mehrere Stationen sollen als Einheit zusammengefasst und nur noch übergreifend durch eine Dienstgruppe besetzt werden.

Weitere Bereiche, in denen künftig womöglich Personal eingespart werden soll, sind Küche und Pforte/Patientenaufnahme. Auch in allen weiteren Bereichen seien Veränderungen geplant. Auf der Intensivstation soll sich die Lage in die entgegen gesetzte Richtung entwickeln: Hier sollen Pflegepersonal und Ärzteschaft aufgestockt werden. Zwar erweiterte das St. Rochus vor einiger Zeit seine Intensivstation um weitere Betten, die in Krankenhäusern als einträgliche Quelle gelten. Allerdings gelang es Dieburgs Krankenhaus zuletzt nicht, ausreichend Fachpersonal für diesen besonders sensiblen Bereich zu finden. In der Folge war eine Vollbelegung der Intensivstation trotz potenzieller Nachfrage nicht möglich.

Sanierung in Eigenregie

Gegenüber den Mitarbeitern stellte die Geschäftsführung in den vergangenen Tagen heraus, dass das Krankenhaus – das nach dem vorläufigen Scheitern der Fusion mit Kreiskliniken und Klinikum Darmstadt die Sanierung in Eigenregie versucht – nur durch solch harte, konkret Arbeitsplätze betreffende Maßnahmen zu retten sei. Jahr für Jahr laufen zwei bis drei Millionen Euro Miese auf, die den Schuldenberg – derzeit im niedrigen zweistelligen Millionenbereich – vergrößern. Bereits Bletgens Vorgänger Günter Schmalen hatte in einem Gespräch mit dieser Zeitung verdeutlicht, es bringe letztlich wenig, „das Klopapier zweimal umzudrehen“. Maßgeblich, um die nötigen Einsparungen zu erzielen, sei eine Reduzierung des Personals.

Ein Mitarbeiter weniger bedeute eben auch 40.000 Euro Ausgaben weniger. Im Dieburger Krankenhaus sind rund 200 Menschen summiert in etwa 150 Vollzeit-Stellen angestellt. Das exakte Ausmaß des Personalabbaus ist noch nicht bekannt. Die Mitarbeiter sind vor diesem Hintergrund alarmiert, haben sich bereits von der Arbeitsagentur über die mögliche Gründung einer Transfergesellschaft beraten lassen. Eine persönliche Stellungnahme Bletgens war bisher nicht zu erhalten. Das Krankenhaus kündigte stattdessen eine Pressemitteilung an.

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