Übung der Feuerwehren

St. Rochus Krankenhaus evakuiert

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90 Kräfte der Wehren aus Dieburg und Münster sowie der Johanniter und des St. Rochus nahmen am Samstag an der Übung am und im Krankenhaus teil.

Dieburg - Der angenommene Brand in der Klinik ist glücklicherweise nur eine Übung für die Feuerwehren aus Dieburg und Münster mit 90 Teilnehmern. Beengte Situation rundum erschwert die Rettung. Von Jens Dörr 

Dieburg - Die Freiwilligem Feuerwehren (FFW) aus Dieburg und Münster sowie die Sondereinsatzgruppe der Johanniter haben am Samstagnachmittag eine Großübung am und im Dieburger Krankenhaus St. Rochus gut gemeistert. Das stellte nach dem anderthalbstündigen Test Dieburgs Stadtbrandinspektor Sven Weyrauch fest. 90 Teilnehmer, darunter auch ein halbes Dutzend Mitarbeiter des St. Rochus’, probten das Vorgehen im Falle eines Brands.

Das Szenario, das neben Weyrauch auch einige Vertreter der Lokalpolitik sowie der Wehrspitze beobachteten und das die Kräfte unter der Einsatzleitung des Stellvertretenden Stadtbrandinspektors Heiko Hara meistern mussten, hatte einen Brand im dritten Obergeschoss des katholischen Krankenhauses als Grundlage. Dort sorgte Disconebel für verrauchte Räumlichkeiten, die im regulären Betrieb derzeit vorwiegend als Lager genutzt werden. Den ersten Test bestand die Technik, ehe Wehren und Rettungsdienst zur Tat schritten: Die Brandmeldeanlage löste kurz nach dem Entstehen des „Rauchs“ Alarm aus.

Herausforderung für die Einsatzleitung

Der ist gemäß Sondereinsatzplan so geschaltet, dass nicht nur die Aktiven der FFW Dieburg, sondern auch jene aus Münster alarmiert werden, wenn im Spital in der Kratzengasse etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Die beiden Wehren zählen zu den größten und leistungsfähigsten im Landkreis Darmstadt-Dieburg, den am Samstag Pressesprecher Frank Horneff vertrat. Nicht nur personell, sondern auch technisch ergänzen sich Dieburg und Münster in größeren Fällen - so in der jüngeren Vergangenheit beispielsweise beim Brand des „Steinmetz-Hauses“ in der Zuckerstraße geschehen.

Wichtigste Herausforderung für die Einsatzleitung war am Samstag eine Entscheidung, die im Realfall große Auswirkungen hätte: Stationen evakuieren oder nicht, intern verlagern oder Mitarbeiter und Patienten ganz aus dem Krankenhaus holen? In der Übung entschieden sich Hara und Co. nicht nur für das Bergen der Betroffenen – teils durch Mimen, teils durch Puppen dargestellt – im dritten Obergeschoss. Weil Löschwasser in den zweiten Stock hätte eindringen können, wurden auch die dortigen Personen evakuiert.

Katastrophenschutzübung in Babenhausen

Draußen nahmen die Kräfte der Johanniter die Versorgung der „Opfer“ vor, hatten zuvor aber schon gemeinsam mit den Wehren die erste Hürde nehmen müssen: Wegen der beengten Situation in der Kratzengasse, aus der man den Haupteingang erreicht, aber auch der Steinstraße westlich des Krankenhauses galt das Augenmerk unter anderem der sinnvollen Platzierung der Fahrzeuge. Weder sollten dabei die Wege der Kräfte versperrt noch ein schneller Abtransport der Verletzten behindert werden. Ein Aspekt machte die Übung gar komplizierter als den Ernstfall: Der reguläre Krankenhaus-Betrieb, obgleich samstags etwas geringer als unter der Woche, wurde während der Übung aufrechterhalten. Normalerweise wäre es rund um die Kratzengasse zu einer Vollsperrung gekommen.

Weyrauchs Resümee fiel nach der Übung, der Nachbesprechung der Beteiligten und einem vom St. Rochus gesponserten Imbiss positiv aus: „Die Kräfte haben es gut gemacht und die Übungsziele erreicht.“

Die Lösungswege seien dabei teils anders gewählt worden, als man sich das ursprünglich gedacht habe. „Das ist aber vollkommen in Ordnung“, so Weyrauch, der lediglich bei „Kleinigkeiten“ Spielraum für Verbesserungen sah. Insbesondere die beiden „Arbeiter“, die im „Brandraum“ außer Gefecht gesetzt worden seien, seien „recht zügig gesucht und gefunden“ worden.

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