Rochus-Küche mit Bio-Gütesiegel

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Das schmeckt auch Pfarrer Alexander Vogl (links): Patrick Wiesen, Küchenleiter am St. Rochus Krankenhaus, reicht ihm eine Bio-Mahlzeit über den Tresen.

Dieburg ‐   Seit kurzem ist es amtlich: Die Küche des St. Rochus Krankenhauses darf sich nun ganz offiziell das Gütesiegel „Bio-Speisen“ auf die Fahnen schreiben.

Mit Umstellung der Küche auf saisonale und frische Lebensmittel aus vornehmlich kontrolliert biologischem Anbau arbeiteten Küchenleiter Patrick Wiesen und sein Team seit Mitte letzten Jahres an der Erfüllung des umfangreichen Kriterienkataloges für das Bio-Gütesiegel nach EG Öko-Verordnung. „Dank des Engagements von Herrn Wiesen und des Küchenpersonals konnten die Auflagen für die Zertifizierung zügig erreicht werden“, sagt der Projektleiter für die Einführung der Bio-Küche, Klaus Richter von der Firma Rebional.

Neben der Umstellung auf eine frische und gesunde Küche, die weder Fertigprodukte noch Geschmacksverstärker oder Aromastoffe verwendet, setzt man auch auf täglich wechselndes frisches Obst, Gemüse und Salate von Lieferanten aus der Region. „So bekommen wir mehrmals in der Woche frische und der Jahreszeit entsprechend gereifte Lebensmittel, und wenn wir einmal kurzfristig zusätzlich mehr benötigen, können wir uns auf die Flexibilität der Lieferanten verlassen“, erklärt Wiesen die Vorteile der regionalen Anbieter, die allesamt ebenfalls zertifizierte Biohändler sein müssen.

Nur vereinzelt stellen Krankenhäuser in Deutschland auf Bioprodukte um

Ausgezeichnet mit dem Bio-Gütesiegel sind in der Küche des St. Rochus Krankenhauses zusätzlich zur Milch und den Kartoffeln sämtliche anderen Sättigungsbeilagen wie Reis und Nudeln, dazu unter anderem Gewürze, Erbsen, Linsen, Mehl (alle Nährmittel) und Brot und Brötchen. „Das bedeutet, dass wir unser Ziel, in diesem Jahr mindestens 30 Prozent unserer Lebensmittel im Mittagsbereich aus kontrolliert biologischem Anbau zu beziehen, realisiert haben“, so Richter. Deutschlandweit gäbe es unter den Krankenhäusern nur vereinzelt welche, die auf Bioprodukte umstellten. Noch weniger Berücksichtigung finde das Thema bei den Altenzentren. Dabei seien die positiven Aspekte unübersehbar, so Wiesen: „Seitdem wir das Altenzentrum an das neue Mittagskonzept der Krankenhausküche angeschlossen haben, gibt es bei den Senioren weniger Magenprobleme und eine bessere Verdauung.“

Dass ein solches Angebot immer automatisch mit einer Preiserhöhung verbunden sei, lässt der Projektleiter nicht gelten. Das Bio-Essen sei auf den ersten Blick in der Herstellung zwar etwa zehn Prozent teurer, aber dafür spare man durch geringere Lagerhaltung, anderen Einkauf, angepasste Küchenabläufe und Händler in der Nähe Kosten an anderer Stelle ein. Für die Besucher der Cafeteria kostet demnach ein Mittagessen mit zwei Beilagen, also zum Beispiel Salat und Nudeln, weiterhin etwa fünf Euro; mit zusätzlich Suppe und Dessert um die 6,50 Euro.

Weitere Einrichtungen werden beliefert

Und das Konzept hat sich herumgesprochen: Zur Versorgung des Krankenhauses, der Cafeteria, des Altenzentrums und Betreuten Wohnens werden weitere Kindergärten und Schulen täglich mit Mittagsverpflegung beliefert. Von vorher vier Einrichtungen ist die Zahl auf sieben gestiegen und weitere sollen folgen. „Dass unser Konzept ankommt, zeigt die positive Entwicklung bei den Essenszahlen. Wir bereiten täglich 25 Prozent mehr Mahlzeiten zu als zuvor“, so die Bilanz des Küchenleiters.

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