Krankenhaus St. Rochus öffnet sich und baut schon wieder Personal auf / Transfergesellschaft erfolgreich

Den „Tag der offenen Tür“ wiederbelebt

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Zu den Hinguckern am „Tag der offenen Tür“ im St. Rochus zählte das „begehbare Herz“.

Dieburg - Mit einem „Tag der offenen Tür“ hat sich Dieburgs Krankenhaus St. Rochus am Samstag bei Vorträgen, Vorführungen und Gesprächen der Öffentlichkeit präsentiert. Von Jens Dörr 

Geschäftsführer Frank Bletgen riss am Rande zudem Entwicklungen an, die er als erste positive Anzeichen des Restrukturierungsprozesses wertete.

„Wir haben auch den Tag der offenen Tür sozusagen wiederbelebt“, meinte Arno Depta, Chefarzt der Intensiv- und Weaningstation, am späten Vormittag mit einem Augenzwinkern. Sein Blick fiel dabei auf die Puppe, der eine Krankenschwester unter den Blicken einiger Besucher gerade eine Herz-Lungen-Wiederbelebung verpasste. Die offenen Türen – die mit Rücksicht auf die Patienten freilich auch am Samstag ihre Grenzen hatten -– hätten früher fest zum Programm des Hauses in der Kratzengasse gehört. Er finde es gut, dass dies nun wieder der Fall sei.

Professionalisierte Öffentlichkeitsarbeit

Von einer „inzwischen professionalisierten Öffentlichkeitsarbeit“ sprach auch Bletgen, der in diesem Zusammenhang die wieder stärkere Unabhängigkeit von der PR-Abteilung des Bistums Mainz erwähnte. Gerade Aussagen zum operativen Tagesgeschäft treffe man ohne Umwege selbst. Doch auch beim heiklen Thema Restrukturierung, das (wie berichtet) mit einem markanten Stellenabbau verbunden war und ist, kommuniziere man wieder bereitwilliger. Das Bistum war heiklen Fragen der Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren meist ausgewichen, hatte in bestimmten Fällen selbst die Rochus-Geschäftsführung im Unklaren gelassen.

Wie zum Beweis der positiven Wende versprach Bletgen, demnächst über neue Maßnahmen des 100-Betten-Hauses zur Verringerung seines chronischen Defizits und vor allem über Entwicklungen im medizinischen Angebot zu informieren. So bahnten sich beispielsweise in der Zusammenarbeit mit zwei Belegärzten erfreuliche Veränderungen an.

Mitarbeiter haben neue Stelle

Etwas konkreter wurde Bletgen bereits zur personellen Lage: Der „überwiegende Anteil“ der Mitarbeiter, die in den vergangenen Monaten in die Transfergesellschaft gewechselt seien, habe inzwischen eine neue Stelle. „Die Transfergesellschaft hat sehr gute Arbeit geleistet“, so Bletgen. Inzwischen scheint bei der Größe der Belegschaft die Talsohle durchschritten: „Wir bauen sogar schon wieder auf.“

Die betriebliche Neuaufstellung war am Samstag allerdings nur für einen Teil der Neugierigen Grund, das katholische Haus aufzusuchen. Nach verhaltenem Beginn stieg der Zuspruch gen Mittag an. Besonders die Fachvorträge – so referierte Chirurg Thomas Basting etwa zur Heilung von Leistenbrüchen – waren Anziehungspunkt.

Aufmerksam begutachtet wurde auch das „begehbare Herz“. In Vorführungen ging es nicht nur um lebensrettende Sofortmaßnahmen, sondern auch um die richtige Nordic-Walking-Technik. Museumsmitarbeiterin Hannelore Stuckert führte durch die Ausstellung „Heilen & Pflegen - 680 Jahre Hospital Dieburg“.

Die Besucher konnten überdies Messungen, etwa des Blutzuckers und der Venen, durchführen lassen. Auch die Johanniter stellten sich und ihre Arbeit vor. Aufmerksamkeit widmete das St. Rochus zudem der Aktion „Saubere Hände.“

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