St. Rochus Krankenhaus in Dieburg

St. Rochus: Ute Sperling wirft Handtuch

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Hat als Generalbevollmächtigte der Rochus-Stiftung fristlos gekündigt: Ute Sperling.

Dieburg - Unruhige Zeiten am St. Rochus Krankenhaus: Erst traten vor wenigen Wochen der Vorstand der St. Rochus Stiftung, Armin Probst, und Kuratoriumsvorsitzender Dr. Raimund Lieb von ihren Ämtern zurück. Nun kündigt mit Ute Sperling das nächste Mitglied der Führungsriege. Von Jens Dörr

Bereits die gesamte vergangene Woche über gab es Unruhe in der Belegschaft des Dieburger Krankenhauses St. Rochus: Ute Sperling, Generalbevollmächtigte der St. Rochus Stiftung und damit Geschäftsführerin der Klinik sowie des Altenheims in der Gerhart-Hauptmann-Straße, ging nicht mehr wie gewohnt ihrer Arbeit nach.

Der Grund: Sperling kündigte zu Wochenbeginn ihren bisherigen Job fristlos. Das bestätigte die 50-Jährige am Freitagabend unserer Zeitung. Gründe nannte Sperling vorerst keine. Sie bestätigte aber, dass sie dem Bistum Mainz als Stiftungsträger angeboten habe, sich zwar vom Posten der Generalbevollmächtigten und damit aus dem strategischen Geschäft zurückzuziehen, dem Haus jedoch weiterhin als Kaufmännische Leiterin – und damit überwiegend fürs operative Tagesgeschäft verantwortlich – treu zu bleiben. Ob das Bistum Mainz das Angebot annimmt, war bis zum gestrigen Sonntag noch offen.

Ute Sperling arbeitete 20 Monate lang als Geschäftsführerin der Stiftung, die meiste Zeit davon im Tandem mit Rochus-Vorstand Armin Probst, der Mitte Juli von seinem Amt zurücktrat.

Vor der Übernahme der Geschäftsführung Ende 2011 war Unternehmensberaterin Sperling, die früher unter anderem BWL für Wirtschaftsingenieure an der FH Köln lehrte, bereits ein Jahr lang mit Aufgaben rund um das Krankenhaus betraut worden.

Sperling hatte stets betont, mit ihrer Arbeit ein Beibehalten der Eigenständigkeit des Dieburger Krankenhauses zu verfolgen. Von Beginn hatte sie intern wie extern ihre Strategie kommuniziert, dies mit dem defizitären Haus mittels dreier Schwerpunkte zu erreichen. Dabei handelt es sich – im Rahmen eines eigentlich auf fünf Jahre angelegten Plans – um die Innere Medizin und Kardiologie, das Weaning und die Intensivstation sowie die Endoprothetik. Besonders in den beiden letztgenannten Bereichen gab es in Sperlings Zeit Fortschritte. Die Rheinländerin galt bei den Mitarbeitern als Arbeitsbiene und beliebt.

Das Bistum Mainz äußerte sich zu Sperlings Kündigung bislang nicht.

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