Spannende Zeitreise voller Erlebnisse

Römer erobern die Stadt zurück

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Römische Soldaten werden demnächst den Fechenbachpark belagern.

Dieburg - Die Römer erobern Dieburg zurück, und der Termin der Übernahme steht auch schon fest. Von Lisa Hager

Am Samstag, 28. Juni, werden Legionäre ihr Lager im Fechenbachpark errichten, der Cornubläser sorgt für die nötigen Signale, während in der Heeresschreibstube genau Buch geführt wird über die eroberten Schätze und die Verluste im Feld.

Nein, keine Angst: An diesem ersten Römerfest, zu dem der Verein der Freunde und Förderer Museum Schloss Fechenbach zum ersten Mal einlädt, geht es friedlich zu. Angeboten wird viel mehr eine Zeitreise in die Welt der Eroberer aus dem Süden, die Dieburg in seiner Historie sehr geprägt haben. Mit dem Römerfest rund um Schloss Fechenbach wird auch das zehnjährige Bestehen des rührigen Vereins gefeiert, der immer mal wieder mit fanstasievollen Aktionen von sich reden macht. „Wir haben beispielsweise Bilder restaurieren lassen oder auch angekauft, das Modell der Dieburger Synagoge finanziert und die Säule am Römerkreisel aufstellen lassen“, listet Vorsitzende Christine Klostermann einen Teil der Aktivitäten auf. Die Restaurierung des Terrazzobodens im Schloss war eine der ersten Investitionen des Fördervereins. Nächstes Ziel ist die Installation eines römischen Brunnens hinterm Museum.

Aber auch durch Unterstützung von Ausstellungen, Vorträgen und Publikationen, der Erschließung von Fördermöglichkeiten ideeller und materieller Art habe der Verein Leben ins Museum gebracht, ergänzt der stellvertretende Vorsitzende, Klaus Rüth. Zum derzeitigen Vorstand gehören noch Karin Winter („Sie ist Schriftführerin, aber managt alles“, sagt Klostermann), Finanzchef Roland Gabele und Jürgen Gräning. Der Verein hat derzeit 97 Mitglieder und hofft, demnächst die „100 voll zu machen“.

Freier Eintritt

Von 10 bis 18 Uhr wird den Besuchern – bei freiem Eintritt – am 28. Juni ein Einblick in das Leben der Menschen im römischen Reich gegeben. Zu sehen sind beispielsweise Handwerker bei der Arbeit – ein Schuhmacher, ein Stoffärber, ein Töpfer. Zudem ankert ein veritables, acht Meter langes römisches Schiff samt Crew vorm Schloss. Gezeigt wird außerdem, wie man damals Öllampen, Schmuck, Düfte und Salben herstellte. Auch über Kräuterkunde und damalige Heilmethoden wird anschaulich informiert. Eine Modenschau mit römischen Gewändern um 12, 14 und 16 Uhr über den „Catwalk“ der Freitreppe am Schloss. Wer mutig ist, kann auch eine römische Frisur ausprobieren. Bei den Mitmachaktionen für Groß und Klein werden Mosaike gestaltet, Kinder- und Brettspiele gezeigt und ausprobiert. Man kann selbst Münzen prägen, einmal in ein römisches Gewand schlüpfen, selbst zum Webrahmen greifen.

Bei einer Malaktion mit dem Atelier Hénon können sich alle dann auch noch künstlerisch betätigen. „Es gibt natürlich auch typisch römische Speisen, die unsere Fördermitglieder anbieten werden“, sagt Klostermann. „Moretum“ nennt sie da beispielsweise, Schafskäse mit frischen Kräutern oder auch lukanische Würstchen. Dazu schmeckt ein Gläschen Würzwein („Mulsum“) oder ein „Römerpils“.

eha

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