Römerhalle: Bemühter Tritt auf Kostenbremse

Dieburg (db) ‐ Die Diskussionen um die Netto-Mehrkosten von rund 1,8 Millionen Euro für den Bau der Römerhalle werden im Parlament nach wie vor hitzig und kontrovers geführt - wohl nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der im kommenden März anstehenden Bürgermeisterwahl.

Nach Meinung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Markus Oberhuber sei es nicht einzusehen, dass die Stadt diese Mehrkosten bezahlt. „An Windelsäcken wird gespart, aber bei großen Summen greifen wir schnell in die Tasche. Ein Privatmann würde das auch nicht mit sich machen lassen.“ Dass für ein solches Bauprojekt eine ausreichende Pufferzone durch Risikozuschläge vorhanden sein müsse, davon sei er ursprünglich ausgegangen. „Ich habe daran geglaubt, dass wir eine Stadthalle für fünf Millionen Euro bekommen“, so Oberhuber weiter.

Nun aber stehe man vor den Mehrkosten, die nicht mehr zu verhindern, wohl aber zu reduzieren seien. Um erste Schritte in diese Richtung zu gehen, formulierte die Koalition aus CDU und FDP fünf Anträge, die allesamt beschlossen wurden, und den Bürgermeister in die Pflicht zwingen sollen.

Bürgermeister Thomas in der Verantwortung

So soll Thomas bis zur nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sinnvolle Einsparungen vorstellen. Allerdings sollen ausdrücklich Zusatzkosten durch Bauverzögerungen vermieden werden. Ebenfalls bis dahin soll das Stadtoberhaupt bekannt machen, wie die Mehrkosten überhaupt zu finanzieren seien.

Des Weiteren soll der Bürgermeister die Kosten laufend kontrollieren. Außerdem beschlossen die Stadtverordneten, dass jede zukünftige Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses den Punkt „Kostenkontrolle Römerhalle“ als ersten Themenpunkt aufnimmt.

Zudem soll der Architekt persönlich über aktuelle Änderungen am Bau oder bei den Kosten berichten. Hierbei machte Susanne Albers (UWD) auf einen Passus im Vertrag des Architekten aufmerksam, wonach sich dieser weitere Besuche im Parlament bezahlen lassen dürfe. Die SPD-Fraktion nannte als günstigere Alternative den städtischen Projektleiter, der ebenso Bescheid wisse, aber nichts koste. Oberhuber dagegen: „Das wäre die schlechteste Stelle, um ans Sparen zu denken.“

„Müssen das Korsett enger schnallen“

Für Herbert Nebel (Grüne) ist die Problematik ohnehin bei weitem noch nicht ausreichend aufgeklärt. Jedoch habe er eine Kostensteigerung von Anfang an auf der Rechnung gehabt. Bürgermeisterkandidat Ferdinand Böhm (SPD) hielt die „Krokodilstränen“ des CDU-Kollegen in Ehren, mahnte aber, nicht die gesamte Schuld dem Bürgermeister und seiner Verwaltung in die Schuhe zu schieben. Vielmehr habe die CDU/ FDP-Koalition dank ihrer Mehrheit im Parlament stets „ihren eigenen Kopf durchgesetzt“.

Einen von den Grünen geforderten Ausschreibungsstopp erklärte Wilhelm Reuscher (FDP) für wenig sinnvoll. Er forderte im Gegenteil, möglichst viele Ausschreibungen herauszugeben, um zu sehen, was die Halle letztendlich wirklich kostet. „Wir müssen uns klar machen, was ,nice to have‘ ist, und was nötig, um die Kuh vom Eis zu holen.“

Und Herbert Nebel: „Wir müssen das Korsett eben enger schnallen.“ Wie das im Detail aussieht, wird im Haupt- und Finanzausschuss zu besprechen sein.

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