Römerhalle: Mehrkosten Dauerthema

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„Herzlich willkommen!“ steht schon auf den Glastüren des Haupteingangs der neuen Römerhalle. Derzeit werden die Treppe und die den nördlichen Gebäudeteil umgebende Rampe betoniert. Am 28. September ist offizielle Einweihung.

Dieburg - „Römerhalle Dieburg - herzlich willkommen“ steht schon an der gläsernen Eingangstür: Diese Einladung werden die Festgäste am 28. September wahrnehmen: Dann soll die neue „Gudd Stubb“ der Stadt offiziell eröffnet werden. Von Lisa Hager

Bis dahin muss auch die Treppe zum Haupteingang fertig sein, an der gerade gearbeitet wird.

Nicht nur eitel Freude herrscht bei den Dieburgern, wenn sie an ihre neue Halle denken: Mehrmals mussten die Stadtverordneten schon über Mehrkosten entscheiden. Auch im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstagabend waren die vorgelegten Mehrkosten von rund 380.000 Euro (alle genannten Summen sind netto), die über einen Nachtragshaushalt genehmigt werden müssen, Hauptthema. Architekt Tilman Lange und Bauleiter Peter Skora (Braun & Schlockermann) standen den Stadtverordneten unter dem Punkt „Römerhalle, Kostenverfolgung“ Rede und Antwort.

Woher stammt die Steigerung der Baunebenkosten?

Allerdings konnten Skora und Lange eines nicht eindeutig erklären: Woher die Steigerung der Baunebenkosten - der Hauptteil sind Architektenhonorare - um 234  000 stammen. Darin enthalten ist eine Honoranpassung der Architektenkosten um rund 111.000 Euro auf jetzt insgesamt 429 .000 Euro. „Wir hatten 2007 ursprünglich den Auftrag, die Halle als Bürgerhalle in einfachem Standard zu planen“, versuchte Lange eine Erklärung. Daraus habe sich laut Honorarordnung für Architekten und Ingenieure die Honorarzone 3 ergeben. Danach aber habe die Stadtverordnetenversammlung den Standard und Kubatur (umbauter Raum) erhöht, so dass eigentlich von der nächst höheren Honorarzone - nämlich 4 - hätte ausgegangen werden müssen, so Lange. „Die erste Ausgangssumme basierte noch auf der alten, niedrigeren Berechnungsstufe“, sagte er.

Warum dies aber den Stadtverordneten erst jetzt mit Kostenabrechnung vom August 2011 mitgeteilt und damit die erhöhten Kosten öffentlich wurden, blieb in der Debatte ein Rästel. „Diese Anforderungen an die Halle haben sich doch nicht erst in den letzten beiden Monaten erhöht“, kritisierte CDU-Stadtverordneter Dr. Harald Schöning. Zudem bezweifle er, dass es je einen Beschluss gegeben habe, eine „Bürgerhalle“ zu bauen. Und Grünen-Stadtverordneter Herbert Nebel zog den Schluss: „Wenn das damals schon drin gestanden hätte, wäre die Entscheidung für die Halle wohl anders gefallen.“

„Eindeutigen Fehler“ des Architekturbüros

Skora räumte schließlich einen „eindeutigen Fehler“ des Architekturbüros ein. „Da ist etwa schief gelaufen“, sagte er. Die 110.000 Euro Mehrkosten an Honoraren hätten schon vor einem Jahr in die Aufstellung integriert werden müssen.

Mehrkosten sind aber unter anderem auch im technischen Bereich entstanden: Für die TGA-Planung (technische Gebäudeausrüstung) waren 182.000 Euro angesetzt, mittlerweile liegt man 262.000 Euro. Kleinere Posten, die die Mehrkosten nach oben treiben, sind unter anderem bei der Medientechnik (80 .000 Euro), durch die Anschaffung eines dritten Kühlraums (15 .000 Euro) oder die Photovoltaikanlage (20 .000 Euro) entstanden.

Fragen stellten die Stadtverordneten auch zum Thema Restaurant-Ausstattung: Warum man dem Pächter für rund 55 000 Euro das gesamte Gastronomie-Porzellan und Besteck zur Verfügung stellen müsse, war den meisten nicht eingängig. Dies habe steuerliche Hintergründe, erläuterte Bürgermeister Dr. Werner Thomas. Da die Stadt in den Genuss des Vorsteuerabzugs kommen wolle, müsse sie die Römerhalle als vollständig ausgestatteten Betrieb verpachten.

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