Rohstoff Holz schafft viele Arbeitsplätze

Auch beim Forstamt Dieburg: Hier sind bis zu 75 Personen beschäftigt. Einem heftigen Sturm fielen diese alten Eichen im Sommer zum Opfer. Dieses besondere Holz kommt nun zur Versteigerung nach Groß-Gerau, wo interessierte Holzkäufer sich um die edlen Bäume reißen werden. Besonders Käufer aus Frankreich sind an den edlen Hölzern interessiert, um Rotweinfässer daraus zu fertigen.  (c)Foto: Verena Scholze

Dieburg - Tische, Stühle, Schränke, auch Dielen oder Parkettböden – alles aus Holz. Von Verena Scholze

Hinzu kommen Spanplatten, die ebenfalls zu diversen Einrichtungsgegenständen verarbeitet werden, Büromaterialien, die beliebten Papiertücher oder Zellstoff: Holz und seine Produkte umgibt uns in vielfältiger Weise.

Die Forst- und Holzwirtschaft besitzt eine sehr große und arbeitsmarktverantwortliche Bedeutung, denn die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes ist die wirtschaftliche Basis für das sogenannte Cluster Holz. Deutschland besitzt die größten Holzvorräte Europas und daher entfällt auf das Cluster in Deutschland mit über einer Million Arbeitsplätzen. Das ist mehr als beispielsweise die Stahlindustrie zu bieten hat.

Denn das Cluster beinhaltet neben der reinen Forstwirtschaft auch die weiterverarbeitende Papier- und Zellstoffindustrie oder die Sägewerkindustrie in der Holzwerkstoffe, Furnierwerke, Spanplatten oder besagte Dielen und Parkett hergestellt werden. Darüber hinaus werden beim Transport und Export Paletten eingesetzt, die ebenfalls aus Holz gefertigt werden.

Und der deutsche Wald nimmt zu. Allein in Deutschland wachsen 120 Millionen Festmeter Holz pro Jahr, davon werden jedoch nur rund zwei Drittel, also circa 80 bis 85 Millionen Festmeter verwendet.

Das Dieburger Forstamt verzeichnet jährlich 100 000 Festmeter Zuwachs, davon kommen nur rund 75 000 Festmeter zur Verwertung. Das Dieburger Forstamt betreut eine Fläche von über 10 000 Hektar Wald, das den 13 Kommunen und Gemeinden gehört, darunter auch Babenhausen. Hinzu kommen rund 4 700 Hektar Staatswald. Das Forstamt zählt eine Mitarbeiteranzahl von zwölf Personen im Büro, eine Revierleiterin und acht Revierleiter, 14 staatliche und kommunale Forstwirte, rund 20 saisonale Forstwirte sowie 20 Holzrücker. Über das Jahr verteilt sind somit eine Mitarbeiteranzahl von rund 75 Personen beschäftigt.

Die Mischwälder, die die Mitarbeiter des Reviers betreuen, bestehen jeweils zu 40 Prozent aus Buchen und Kiefern, zwölf Prozent aus Eichen sowie acht Prozent aus Fichten, Douglasien und anderen Baumarten.

Die steigenden Holzvorräte pro Jahr kommen besonders den Unternehmen im regionalen Umkreis zu Gute und sorgen für entsprechende Arbeitsplätze. „Unser Holz wird zu 80 Prozent an Unternehmen geliefert, die überwiegend in einem Radius von 50 Kilometern angesiedelt sind“, berichtet Thomas Schmalenberg, Bereichsleiter Produktion des Forstamtes Dieburg.

Zu einigen der Kunden des Forstamtes zählt die Firma Pollmeier, die in Aschaffenburg eines der leistungsfähigsten Laubholzsägewerke Europas betreibt. Ein weiterer Kunde ist Sappi Limited, eine global operierende Gesellschaft der Zellstoff- und Papierindustrie südafrikanischen Ursprungs und in Stockstadt ansässig. Kleine Sägewerke, Furnier- und Paletten Hersteller im Odenwald werden ebenso beliefert wie die Firma Löffert im Spessart, die sich auf die Herstellung von Stielen aller Art spezialisiert hat und besonderen Wert auf FSC zertifiziertes Holz legt.

Das Forstamt Dieburg ist doppelt nach PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) und FSC (Forest Stewardship Council) zertifiziert. Beides internationale Zertifizierungssysteme mit einem Standard für die Waldwirtschaft und garantieren, dass Holz- und Papierprodukte mit dem FSC-Siegel aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen. Der Standard schreibt vor, dass die ökologischen Funktionen eines Waldes erhalten bleiben müssen.

Der Wald wird unter strengen Prinzipien und Kriterien bewirtschaftet, um ihn als Ökosystem langfristig und nachhaltig erhalten zu können.

So werden im Dieburger Forstamt zwei Drittel des Holzbestandes zur Verarbeitung aus jungen Beständen verwendet, nur ein Drittel kommt aus alten Beständen. „Wir haben lange Verjüngungszeiträume“, erklärt Schmalenberg und weist darauf hin, dass es rund 50 Jahre dauert, bis sich ein Altbestand verjüngt hat und auf jeder bewirtschafteten Fläche trotzdem der Aspekt des Naturschutzes gewährleistet wird. „Die Unternehmen wissen, dass sie bei uns gute Ware zu Marktpreisen bekommen und das bei uns das Thema soziale und ökologische Nachhaltigkeit großgeschrieben wird“.

Die naturnahe Arbeit, die die Mitarbeiter des Forstamtes heute leisten, soll den kommenden Generationen in den nächsten Jahrzehnten ein funktionierendes Ökosystem und einen stabilen und artenreichen Wald hinterlassen.

Dazu setzen die Forstbeamten zum Großteil die Erlöse ein, die aus der nachhaltigen Waldbewirtschaftung stammen. Diese Erlöse werden in die Instandhaltung und Pflege der Waldwege sowie die Aufbereitung des Allgemeinwaldes der Städte und Gemeinden investiert.

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