Rollen bald Reifen ins „Dieburger Dreieck“?

Dieburg ‐ Da kam fast schon so etwas wie Weihnachtsstimmung auf: Falls das Zukunftsszenario, das am Montagabend in der Stadtverordnetenversammlung in Aussicht gestellt wurde, Wirklichkeit wird, könnte die Stadt Dieburg einen dicken Gewerbesteuerzahler mehr auf der Habenseite verbuchen. Von Lisa Hager

Dass das weltweit operierende Unternehmen Ceva Logistics (50 000 Mitarbeiter, über sechs Milliarden Umsatz im Jahr 2007) eventuell sogar später einmal seinen derzeitigen Nord-Europa-Hauptsitz in Frankfurt („derzeit teuerster Gewerbesteuer-Standort der Republik“) nach Dieburg verlegen könnte, war aber nur das „Zuckerl“ am Rande, das zur letzten Sitzung vor der Weihnachtspause serviert wurde.

Lagerhallen auf sieben Hektar geplant

Hier finden Sie Informationen über das weltweit operierende Unternehmen Ceva Logistics.

Soweit ist es noch lange nicht. Was jedoch realistisch erscheint, sind diese Pläne: Im Osten Dieburgs zwischen B 26, B 45 und Bahnlinie - im teils landwirtschaftlich genutzten 15 Hektar großen „Dieburger Dreieck“ - will das Dienstleistungsunternehmen auf einer Fläche von sieben Hektar Lagerhallen für Reifen namhafter Hersteller wie Pirelli und Metzler errichten. Das große Lager im Otzberger Ortsteil Lengfeld, das erst vor fünf Jahren erbaut wurde, würde dann aufgelöst, die 150 Arbeitnehmer nach Dieburg übersiedeln. Hier sollen dann etliche Aktivitäten der Firma Ceva „konsolidiert“ werden, wie Firmen-Architekt Marc Loose bei der Vorstellung der Pläne im Parlament immer wieder betonte. Später könnte das auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze bedeuten.

Die Zentralisierung in Dieburg würde beispielsweise auch das Aus für das Lager in Michelstadt bedeuten. Das bereits in Eppertshausen betriebene Reifenlager bleibt. Allerdings lagern dort inzwischen sowieso schon auf der größten Fläche andere „Rundlinge“: Tonträger der Musikindustrie, von der Firma EMI.

Firma möchte Pläne bis 2013 verwirklicht sehen

Der Mietvertrag zwischen Ceva Logistics und dem Lagerhalleninvestor in Otzberg läuft noch bis 2013. Bis dahin möchte die Firma ihre Pläne in Dieburg verwirklicht sehen. Dass sich die Firma Otzberg abwendet, liegt am Scheitern der Pläne für eine Erweiterung. Eine Erbengemeinschaft, die die benötigten Flächen besitzt, hatte sich - weil heillos zerstritten - nicht einigen können. In Dieburg besitzt die Stadt den Großteil der Grundstücke - für die Hallen wird ein Areal gebraucht, das etwa zehn Fußballfeldern entspricht. Soweit Privateigentümer noch betroffen sind, gebe es keine Probleme, versicherte Bürgermeister Dr. Werner Thomas auf Anfrage in der Sitzung. Vorgespräche seien schon geführt worden.

Insgesamt positiv standen die Parlamentarier dem Vorhaben gegenüber. Und so ertönte dann auch das Ja zum Aufstellungsbeschluss für einen entsprechenden Bebauungsplan einstimmig. Ein erster Schritt ist also gemacht. Aber erst wenn Planungssicherheit herrsche, so machte auch Andreas Wagner von der Geschäftsführung aus Frankfurt in der Sitzung deutlich, werde die Konzernführung - der Weltsitz ist Holland - endgültig entscheiden.

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