Musuemsverein präsentiert Drama

Rosenkranz und Brotsuppe

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Die Vorsitzende des Museumsfördervereins, Gabriele Klostermann, schilderte als Gabriele von Nordeck zu Rabenau, wie es ihr als Kind in den Ferien im Schloss Fechenbach erging.

Dieburg - Ein Drama in vier Akten präsentierten Mitglieder des Museumsfördervereins gestern Nachmittag im Schloss Fechenbach. In selbst geschriebenen Szenen zeigten sie den interessierten Besuchern, wie lebendig Geschichte sein kann. Von Lisa Hager

Im Park ging es in Gesprächen mit dem Gärtner (Peter Maack) um die botanischen Besonderheiten wie den urtümlichen Gingkobaum oder die Stieleiche, einem Abkömmling der „Schönen Eiche“ von Harreshausen. Aber auch die Mariengrotte – an sie erinnert nur noch eine schief gewachsene Eiche – war Gegenstand der Betrachtungen. Dort treffen sich in der Szene im Jahre 1951 zwei Freundinnen (Frau Maack und Ingrid Weng), die sich über das Begräbnis von Jella von Fechenbach unterhalten.

Im Innern des Schlosses werden die Erinnerungen an Jella ebenfalls lebendig. Gabriele von Nordeck zu Rabenau (Gabriele Klostermann) erinnert sich in der nächsten Szene an ihre Ferienaufenthalte als Kind bei der Patentante in Dieburg. Und was die Zuschauer im Fechenbach-Ambiente-Raum da zu hören bekommen, hat gar nichts mit den gängigen Vorstellungen von adligem „Dolce farniente“ zu tun. Jeden Morgen um 7 Uhr stand da der Gottesdienstbesuch in der Klosterkirche auf dem Programm.

Grässliche Brotsuppe

Dann musste sich das kleine „Baronessche“ weitgehend selbst beschäftigen, da die Tante mit dem Verwalter und den drei haushaltsführenden Nonnen genug zu tun hatte – bis zum Rosenkranzbeten in der Gnadenkapelle. Vor allem die grässliche Brotsuppe, die einmal in der Woche auf den Tisch kam, verfolgte die kleine Besucherin lange. Ihre Tante war übrigens Mitglied im dritten Orden, erfuhr man dann noch. Aber was war – oder ist – dieser geheimnisvolle Bund? Um dem auf den Grund zu gehen, wurden die Zuschauer von Klaus Rüth in den nächsten Raum geführt. Dort konnte man zwei Dieburger Damen (Christel Danz und Sonja Werner) beim Kaffeekränzchen, belauschen. Man erfuhr, dass dieser Orden aus gottesfürchtigen Leuten bestand, die bei den Kapuzinern ein Gelübde ablegten, ansonsten aber ihr alltägliches Leben führten. Als Zeichen ihrer Verbundenheit trugen sie den typischen Kapuzinerstrick um die Leibesmitte – unter der Kleidung.

Den Abschluss machte eine Szene mit Gabriele Klostermann und Werner Danz in der Kapuziner-Ausstellung, die gestern zu Ende ging. Dort wurden ganz persönliche Erinnerungen von Dieburgern an die Klosterbrüder lebendig.

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