Rückblick auf I-Nord-Fest

Am Ende passt es auch finanziell

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Die Showkämpfe mit Tischtennis-Star Jörg Roßkopf - gebürtiger Dieburger, aufgewachsen in Münster - zählten zu den Glanzlichtern am I-Nord-Fest 2012.

Dieburg - Zwei kunterbunte Tage erlebte im September des vergangenen Jahres das Dieburger Industriegebiet-Nord. Von Jens Dörr

Zum 40-jährigen, formalen Bestehen des Gewerbegebiets nördlich und teils auch westlich der Bahnlinien feierten Unternehmen mit Gruppen und Vereinen aus Dieburg und Münster. Eine Flaniermeile, eine Automobilausstellung Tanzdarbietungen, ein Michael-Jackson-Double, eine große Schlagerparty, ein Reptiliendompteur und Showkämpfe unter anderem mit Tischtennis-Größe Jörg Roßkopf waren neben offenen Türen bei vielen kleinen und großen Firmen nur einige der Glanzlichter bei strahlender Spätsommer-Sonne. Rund ein Jahr später sind noch immer positive Auswirkungen zu spüren. Zwar ist es zu viel erwartet, eine derartige Veranstaltung würde rasant die Umsätze der Unternehmen - die oft auch gar nicht mit dem Endverbraucher, sondern anderen Unternehmen handeln - ansteigen lassen.

Helmut Schelter, damals einer der Hauptorganisatoren und nach wie vor im Gewerbeverein engagiert, stellt aber die weichen Faktoren heraus, bei denen Veränderungen spürbar seien. „Es sind neue Kontakte zustande gekommen“, sagt er. Das gelte auch für das Verhältnis von Anwohnern zu Gewerbetreibenden. Das ein oder andere lasse sich seitdem unkomplizierter regeln. „Im I-Nord gab es schon vorher eine Gemeinschaft, das hat sich nochmals verfestigt und fortgesetzt.“ Weitere konkrete Ergebnisse: Nur einen Tag nach dem I-Nord-Fest-Wochenende gründete sich die „Interessengemeinschaft Dieburg Nord“. Sie - nicht zu verwechseln mit der „Bürgerinitiative Bebauung Dieburger Dreieck“ - trat unter anderem rund um die Unterbringung von Asylbewerbern im Nordring in Erscheinung, kümmert sich aber auch um Themen wie Kinderbetreuung und diskutiert die Erschließung neuer Gewerbegebiete, etwa dem „Nördlich der Dieselstraße“. In kultureller Hinsicht kann das I-Nord-Fest als Geburtsstunde von „Meisters Schlagerparty“ gelten, die vor wenigen Wochen eine Neuauflage erlebte. Sie soll künftig fester Bestandteil der regionalen Musikszene werden, wenn künftig auch auf der Thomashütte und nicht im I-Nord.

Einige Wochen nach dem Fest 2012 berichtete der DA zudem über eine Sitzung beteiligter Unternehmen und Gruppen, auf der teils moniert wurde, man habe durch das eigene gastronomische Angebot nichts verdient, auch weil sich einige Unternehmen nicht an Absprachen gehalten und doch selbst Speisen und Getränke gereicht hätten. Die Idee, für die im Minus schließenden Gruppen Spenden bei den Unternehmen zu sammeln, wurde letztlich allerdings nicht umgesetzt. Damals verbuchten die Organisatoren im Budget zudem noch ein, in Relation zum Gesamtetat überschaubares Minus. Mit noch mehr zeitlichem Abstand folgte nun die erfreuliche Aussage Schelters: „Nach allen Geldeingängen hat es doch noch gepasst. Die Veranstaltung ist letztlich null auf null aufgegangen.“

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