Rund 22 000 Bachforellen für die Gersprenz

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22 000 Exemplare dieser Winzlinge haben die Pächter der Angelgebiete an der Gersprenz eingesetzt.

Dieburg (st) - Schwimmender Nachwuchs in der Gersprenz: Rund 22.000 junge Bachforellen sollen den heimischen Bestand dieses Fisches sichern.

Durch die „ökologisch katastrophalen Folgen“ der Querverbauungen (Mühlwehre) in vielen kleinen Flüssen Deutschlands, so auch in der Gersprenz, ist die natürliche Fortpflanzung vieler heimischer Fisch- und im Wasser lebenden Kleintierarten unmöglich geworden. Darauf weist die Interessengemeinschaft der Gersprenzpächter (IGG) hin.

Um die Verluste auszugleichen, organisieren die Mitgliedsvereine der IGG – lokale Angelvereine aus Groß-Zimmern, Spachbrücken, Groß-bieberau, Dieburg, Münster, Hergershausen, Sickenhofen, Stockstadt am Main und Heubach sowie zwei Privatpächter – mit Förderung durch den Verband hessischer Fischer Jahr für Jahr mit großem Aufwand und Hingabe den Besatz an jungen Bachforellen in der Gersprenz und ihren Zuflüssen. Das ist notwendig, um den Bestand der heimischen Bachforelle zu erhalten.

In diesem Jahr wurden rund 22 000 etwa drei Zentimeter lange Bachforellensetzlinge eingesetzt – die höchste Anzahl seit der Gründung der IGG. Dies ist den jahrelangen Bemühungen der Vereinigung zu verdanken, möglichst alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen.

Genetischer Pool für die „Gersprenzforelle“

Um einen genetisch homogenen Forellenbestand zu erhalten, hat die seit 50 Jahren bestehende IGG bereits vor nahezu zehn Jahren damit begonnen, eine einheitliche Quelle für den Bachforellenbesatz in den IGG-Gewässerstrecken zu etablieren. Hier arbeitet man mit der Forellenzucht Prexl in Friedrichsdorf im südlichen Odenwald zusammen. Die Zuchtanlage der Familie Prexl verfolgt eine eigene Qualitäts-Philosophie. Nur reinstes Wasser aus eigenen Quellen durchströmt die Anlage aus Naturteichen ohne Betonfassung. Es werden keine Hormone zur Einleitung des Laichvorgangs oder Pharmazeutika zur Behandlung der Fische eingesetzt, sagt die IGG. Alles sei absolut „Bio“ und mit den höchstmöglichen Zulassungen und Zertifikaten versehen. Die Fachkenntnis der seit Generationen Fischzucht betreibenden Familie Prexl komme hinzu.

Die IGG-Vereine unter der Leitung des Vorsitzenden Michael Jaust und des Gewässerwartes Dr. Arne Kusserow haben – auch unter Einbeziehung der neugegründeten Hegegemeinschaft Gersprenz und der

Fischzucht Prexl – die langfristig angelegte Initiative zur Verbesserung der Gersprenz als Biotop weitergeführt, die auf biologischer Fachkenntnis basiert. Die engagierten Naturschützer wollen verstärkt Einfluss nehmen auf die unzusammenhängenden Renaturierungsmaßnamen an der

Gersprenz, die Wiederinbetriebnahme weiterer alter Stauanlagen verhindern, sowie sich für den Rückbau der beste- henden Anlagen und eine wissenschaftlich begleitete und fundierte Hege der Lebensgemeinschaften der Gersprenz einsetzen. Die Besatzmaßnahme verursacht natürlich auch nicht unerhebliche Kosten für die angeschlossenen Vereine, die in diesem Jahr aus Mitteln des IGG-Haushaltes bezuschusst werden. Und so hoffen alle Beteiligten, dass sich aus den kleinen Burschen, die aktuell in die Gersprenz und ihre Nebengewässer ausgesetzt wurden, so prächtige und kapitale Tiere entwickeln, dass diese irgendwann den genetischen Pool für die ersehnte „Gersprenzforelle“ bilden können.

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