Fit in Sachen Bewerbung

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Sirin Hatice und ihr Mitschüler Akin Altintas üben die Anfrage nach einer Lehrstelle am Telefon.

Dieburg - „Guten Tag, mein Name ist Akin Altintas, ich wollte fragen, ob sie eine freie Lehrstelle für mich haben?“, spricht ein Schüler der Landrat-Gruber-Schule (LGS) in einen leuchtend orangenen Telefonhörer. Von Laura Hombach

Am anderen Ende der Leitung sitzt Sirin Hatice, eigentlich Klassenkameradin von Akin Altintas, momentan aber potenzielle zukünftige Arbeitgeberin ihres Mitschülers. Die beiden proben unter Anleitung von Ute Ehrenfels und Oriella Bazzica von der Kinder- und Jugendförderung des Landkreises Darmstadt-Dieburg den Ernstfall, der ihnen in den nächsten Wochen auch im wahren Leben bevorsteht - sie müssen sich für eine Lehrstelle bewerben. Zwei Klassen der LGS wurden jetzt im Dieburger Jugendcafé an jeweils zwei Tagen fit für die Lehrstellensuche gemacht.

Schon seit einigen Jahren bietet das Jugendbildungswerk Seminare zum Bewerbungstraining an, neu an dem Dieburger Projekt ist die Durchführung des Trainings im Klassenverband. Organisiert wurde das vom Schulsozialarbeiter der LGS, Gerhard Kraft. Seine Vermittlung machte  es auch möglich, dass für die Seminare die Räume des Jugendzentrums genutzt werden konnten. Stadtjugendpfleger Paul Huttarsch war gerne zu dieser Zusammenarbeit mit der LGS bereit.

An den Seminartagen im Jugendzentrum steht das persönliche Bewerbungsgespräch und alle Aspekte, die damit in Zusammenhang stehen - wie etwa die richtige Kleidung oder die Frage „Wie stelle ich mich am besten dar?“ - im Mittelpunkt. Ehrenfels und Bazzica besprechen dabei mit den Jugendlichen zwar auch die Theorie, im Vordergrund steht aber die praktische Übung.

Ob die Nachfrage nach einer Lehrstelle am Telefon oder das Vorstellungsgespräch, bei dem die Mitschüler den Personalchef geben und Fragen etwa nach Stärken und Schwächen stellen - immer wieder erhalten die Schüler die Gelegenheit, die verschiedensten Situationen durchzuspielen. Dabei darf jeder einmal in die Rolle des Ausbildungsplatzsuchenden und des Chefs schlüpfen. „Wichtig ist, dass die Jugendlichen, wenn es dann ernst wird, das Gefühl haben, das hab' ich schon mal gemacht“, erklärt Ehrenfels.

Wie viel diese Übung ausmachen kann, ist schon im Verlauf der beiden Tage deutlich zu sehen. Während am ersten Tag das Vorstellungsgespräch noch von zahlreichen Rückfragen der Bewerber gekennzeichnet ist, wie sie denn auf diese Frage antworten sollen, und die Stimme bei den Telefongesprächen oft zu leise ist, klappt es bei der Wiederholung am nächsten Tag schon gleich viel besser.

Die Jugendlichen sollen nach den zwei Tagen einige Erkenntnisse mit auf ihre Lehrstellensuche nehmen, so etwa die Antworten auf die Fragen „Wo sind meine Möglichkeiten?“ und „Was will ich, was kann ich?“.

Wenn wir es mit unserem Seminar schaffen einen Funken zu setzen, dass sich die Jugendlichen sagen: ,Ich will etwas machen‘, dann haben wir schon einiges erreicht“,sagt Ehrenfels. Die LGS-Schüler sollen mit einem guten „Ich-kann-das-Gefühl“ auf Lehrstellensuche gehen.

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