Sänger-Ehrungen in Dieburg und Eppertshausen

Lorbeer für den Gesang

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Zahlreiche Dieburger ehrte der Kreis-Chorverband für ihre aktive Vereinszugehörigkeit von 25 bis 65 Jahren. Bei den 60-Jährigen durfte Vorsitzender Dr. Fritz Roth (links) gleich fünf Mitgliedern des KMGV 1875 Dieburg (im gestreiften Anzug) die Hand schütteln: Vor ihm stehen (von links) Werner Henrich, Adi Christ, Werner Danz sowie rechts am Bildrand Philipp Hiemenz und Heinrich Möller.

Dieburg/Eppertshausen - Dem Hobby ein Leben lang treu gewesen - das lässt sich zweifelsfrei über die Sänger Adi Christ, Werner Danz, Werner Henrich, Philipp Hiemenz, Heinrich Möller (alle Kellerscher Männergesangverein 1875 Dieburg) sowie Gerhard Krimm (Freie Sängervereinigung Dieburg) sagen. Von Michael Just

Kürzlich standen sie auf der Bühne der Bürgerhalle in Eppertshausen und durften sich über die Ehrung des Kreis-Chorverbandes Dieburg für 60 Jahre aktives Singen freuen. Es war zusammen mit den 65-Jährigen die höchste Auszeichnung an diesem Tag. Die Jubilarenehrung führte der Kreis-Chorverband im Auftrag des Deutschen Chorverbandes und des Hessischen Sängerbundes durch. Ausgezeichnet werden dabei nur aktive Sänger. Diesmal ging der Dank an insgesamt 57 Jubilare - 48 Männer und neun Frauen. Sie erhielten Urkunden, Nadeln und einen guten Tropfen Wein.

Die Herrichtung der Bürgerhalle übernahm der Liederkranz-Frohsinn Eppertshausen. Die Gastgeber sorgten zudem für die passende Unterhaltung: Mit drei Beiträgen traten sie zum Teil stimmgewaltig auf. Vor allem das erste Lied „Zeit ist ein Geschenk“ passte zum Ehrungsreigen: „Jahre kommen und Jahre gehen. Ewig fliegt die Zeit“, sangen die Sänger. Viele Jubilare dürften in diesem Moment daran gedacht haben, wie sie als junger Mensch das Singen anfingen und jetzt im Alter quasi für ihr Lebenswerk geehrt werden.

Außergewöhnliche Worte fand der Vorsitzende des Kreis-Chorverbandes, Dr. Fritz Roth, in seiner Begrüßung. „Ich kann das bedauerliche Gerede über die angebliche Überalterung unserer Chöre nicht mehr hören. Wer die Phrase gebraucht, diskreditiert damit engagierte Sänger“, sagte er. Er verbat sich die „unsägliche Unüberlegtheit“, eine Altersnorm für Chöre einzuführen und dabei Sängern ein Merkmal nach Art der Mindesthaltbarkeit von Lebensmitteln aufzudrücken. Er selbst habe unglaubliche Hochachtung vor Aktiven, die auch im Pensionsalter noch bereit sind, englische Texte zu lernen und für neues Liedgut offen sind. Wie Roth heraushob, betrachtet er den demographischen Wandel als Glück, es bedeute, dass die Menschen heute älter wüerden. Deshalb stehe für ihn nicht das Alter, sondern die Qualität des Gesangs im Vordergrund. Die bringe immer wieder Stimmführer hervor, die auch mit 75 oder 80 Jahren von jüngeren Sängern als Vorbild anerkannt werden. Roth schränkte jedoch ein, dass bei vielen Chören das Durchschnittsalter gestiegen ist. Deshalb gelte es aktiv nach vorne zu schauen um die Tradition der Gesangvereine - ohne das Alter der Sänger in den Vordergrund zu stellen - zu bewahren.

„Einige unserer Vereine sind bei der Sicherung ihres Fortbestands auf einem guten Weg. Andere verschlafen möglicherweise diese Entwicklung, weil sie sich weniger mit ihrer Zukunft als zu sehr mit der Organisation althergebrachter Feste beschäftigen“, monierte der Kreisvorsitzende. In allen Ehrungssparten standen Dieburger Sänger in der ersten Reihe: Neben den 60-Jährigen wurden für 50 Jahre Manfred Rockel und Hans Thomas (KMGV) geehrt. Seit 40 Jahren singt Maria Noe-Stoppek für die Freie Sängervereinigung. Und für 25 Jahre traten Werner Enders, Anita Hach und Philipp Kolb (Freie Sängervereinigung) sowie Dieter Klages und Bernhard Krimm (KMGV) nach vorne.

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