Sängerlust Dieburg mit Musical-Projekt

Mit Abba Suche nach Papa

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Die drei mutmaßlichen Väter bei „Donna“ (Anette Bergmann, Mitte) angekommen auf der griechischen Insel – sprich im Nebenraum der TV-Gaststätte „Split“: Johannes Spieß (von links), Werner Thomas und Erik Hertkorn. Regisseurin Iris Katzer (rechts vorne) zeigt, wo´s lang gehen soll.

Dieburg - Sängerlust Dieburg stellt ehrgeiziges Musical-Projekt auf die Beine: Über 100 Mitwirkende in intensiven Proben. Von Lisa Hager 

„Das ist d i e Donna!“ Johannes Spieß tut es wieder. „Einfach Donna!“, sagt Iris Katzer zum wiederholten Male und alles geht zurück auf Anfang. Dann kommt es noch einmal zu der turbulenten Szene, in der die drei mutmaßlichen Väter von Donnas Tochter Sophie auf der griechischen Insel ankommen. Ganz die alten „Womanizer“ stellen sie als erstes fest, dass sich ihre alte Liebe Donna nicht zur Matrone entwickelt, sondern ausgesprochen gut gehalten hat.

„Eine Erfolgsstory“, ja das soll es werden, das ehrgeizige Musicalprojekt „Abba“ der Sängerlust, an dem schon seit Wochen geprobt wird. Die Hauptrollen werden doppelt besetzt, damit man erstens vor unerwarteten Ausfällen durch Krankheit geschützt ist, andererseits die vier Aufführungstermine im November stressfreier über die Römerhallen-Bühne bringt. Jeweils ein Darsteller-Team bestreitet dann zwei Aufführungen. Die Rolle von Tochter Sophie beispielsweise, die ihre drei möglichen Väter heimlich auf die Insel lockt, spielen Beatrice Blank und Hannah Köhler aus dem Jugendchor.

Bis die Vaterfrage gelöst ist, muss aber noch hart gearbeitet werden. Auch an ganzen Wochenenden wird geprobt – wie extra fürs Schauspiel beispielsweise. Vorerst für sich allein probt ein eigens für das Musical zusammengestelltes Tanzensemble, in dem auch Mitglieder von KVD-Gruppen mitwirken.

Eine turbulente Komödie

Ein Musical wie „Abba“, das eine turbulente Komödie mit den Erfolgssongs der schwedischen Popgruppe verquickt, auf die Bühne zu bringen, ist ein anspruchsvolles Vorhaben: Die Darsteller müssen nicht nur singen können, sondern auch schauspielern und tanzen. Das stellt höchste Anforderungen an die Mitwirkenden, die ja keine Profis sind.

Berufsschauspielerin mit abgeschlossenem Studium ist Regisseurin Iris Katzer, die geduldig, aber bestimmt, zeigt, wo es lang geht – oder lang gehen soll. Sie, die selbst unter anderem auch in Musicals spielt, war maßgeblich am Casting beteiligt, das man für die Solistenrollen im Vorfeld veranstaltet hatte.

„Du verdeckst ja die Donna komplett, das Publikum sieht jetzt nicht mehr, was sich abspielt“, zeigt sie einen typischen Fehler auf. Und auch an der Geschwindigkeitsschraube dreht sie: Das richtige Timing, ein perfekter Ablauf, bei dem die Aktionen Schlag auf Schlag folgen, ohne das ungewollte Pausen entstehen, ist unerlässlich für den Erfolg.

Harte Arbeit in der Freizeit

Harte Arbeit leisten die Akteure in ihrer Freizeit – was aber nicht heißt. dass sie keinen Spaß bei den Proben haben. „Ich glaube, die Spielfreude, die man hier spürt, wird sich auch auf das Publikum übertragen“, sagt Werner Utmelleki, musikalischer Leiter des Musicalprojekts und seit zwei Jahren Chorleiter der Sängerlust. Spaß an der Sache sei unerlässlich, ohne diese Motivation sei ein derartiges Großprojekt gar nicht durchzuziehen, sagt er. Er glaubt, dass der Verein insgesamt davon profitieren wird und sich wieder ein Stück weiterentwickelt. Auch der Jugendchor ist einbezogen, um den Nachwuchssängern eine Bühne zu bieten.

„Wir müssen ausgetretene Pfade verlassen, um auch wieder mehr Leute anzuziehen“, ist sich Utmelleki sicher. Er hat für das Stück die Arrangements geschrieben, die Chorwerke gesetzt. Und so ist die Abba-Erfolgsstory auch als große Werbeaktion für den Gesang und die Sängerlust zu sehen. Es ist ein Drei-Generationen-Stück für die ganze Familie. Die Abba-Hits werden auf Deutsch gesungen, damit man auch wirklich alle erreicht. An der Produktion der zweistündigen Aufführung (mit Pause dazwischen) sind rund 100 Menschen beteiligt vom Teenager- bis ins Großelternalter. Die, die nicht auf der Bühne stehen, arbeiten als Kulissenbauer oder schneidern Kostüme.

So wirkt Musik auf unseren Körper

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Erste gemeinsame Proben mit Jugendchor und Tanzensemble wird es Anfang November geben. Dann steigert sich das Lampenfieber bis zu den Aufführungsterminen an zwei aufeinander folgenden Wochenenden Ende des Monats. Und die Zugabe? Klar, Waterloo – diesmal im englischen Original.

Aufführungstermine und Karten: Samstag, 22. November (19 Uhr), Sonntag, 23. November (18 Uhr), sowie Samstag, 29. November (19 Uhr), und Sonntag, 30. November (18 Uhr). Karten gibt es bei allen aktiven Mitgliedern oder auch mittwochs in der Singstunde (19 bis 20.30 Uhr im „Split“). Karten im Vorverkauf (22 Euro) gibt es auch beim Dieburger Anzeiger oder online unter musicaldieburg@web.de.

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