400 sagen „Nein“ zu Bauplänen

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Das Altenheim am Krankenhaus St. Rochus, wie es der Architekt Thomas Böhlen vorsieht. Vorne rechts verläuft die Steinstraße.

Dieburg (lho) ‐ „Wir sind weder gegen das St. Rochus Krankenhaus noch dessen Standort in der Innenstadt“, betont Gerhard Schmitt. Er spricht im Namen der Bürgerinitiative „St. Rochus“, die sich im November letzten Jahres in Anbetracht der Altenheim-Baupläne der St. Rochus Stiftung am Krankenhaus gegründet hat.

In der Initiative haben sich die Anwohner zusammengetan, um ihrem Protest gegen die Pläne, die eine Erweiterung des ohnehin schon großen Baukörpers um 6 000 Quadratmeter vorsehen, Ausdruck zu verleihen. Doch erregen die massiven Baupläne inzwischen bei weit mehr Bürgern Missfallen, als es direkte Anwohner des Krankenhauses gibt. Allein um die 400 Unterschriften haben die Mitglieder der Bürgerinitiative inzwischen gesammelt. Bis jetzt ist die Unterschriftensammlung noch kein offizielles Unterfangen, vielmehr geht es der Bürgerinitiative darum, deutlich zu machen, dass der Protest eben nicht nur von den direkt Betroffenen kommt.

Die Leute, die bei uns unterschreiben, können sich ein solch großes Gebäude in der Steinstraße nicht vorstellen“, so Schmitt. Auch viele Senioren, mit denen die Mitglieder der Bürgerinitiative gesprochen haben, möchten ihren Lebensabend nicht in der Enge der Steinstraßenbebauung verbringen.

Viele Sorgen und Bedenken bei den Anwohnern

Das geplante Altenheim aus der Vogelperspektive. Oben verläuft die Steinstraße, unten ist das St. Rochus Krankenhaus zu sehen.

Bei den Anwohnern selbst kommen noch zahlreiche weitere Bedenken und Gründe für ihren Protest hinzu. Die Bewohner der angrenzenden Häuser fürchten nicht nur eine weitere Zunahme des Verkehrs, die Verdichtung der Bebauung und die Verschattung ihrer Häuser, sie bangen auch um ihre Häuser selbst, wenn die Erdbewegungen am Krankenhaus zu Rissen in den eigenen vier Wänden führen. Statt in die geplante gebührenpflichtige Tiefgarage zu fahren, würden die im Auto anreisenden Besucher von Krankenhaus und Altenheim lieber so lange durch die Straßen kreisen, bis sie einen kostengünstigeren Parkplatz gefunden hätten - so eine weitere Befürchtung der Anwohner. Die Bürgerinitiative hat inzwischen Gespräche mit den Fraktionen geführt. „Die FDP hat sich gegen die Baupläne ausgesprochen, die SPD möchte eine Verringerung der Größe und in der CDU wird noch parteiintern diskutiert“, fasst Schmitt die Reaktion der Politiker zusammen, in deren Hände es liegt, Baurecht für dieses Projekt zu schaffen.

Initiative beauftragt Anwalt

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Das erneute Gespräch der St. Rochus Stiftung mit den Anwohnern hat indes nicht dazu beigetragen, die Bedenken zu mildern. „Wir wurden mit unseren Fragen einmal mehr ins Leere laufen gelassen“, zeigt sich Schmitt enttäuscht. Zudem habe der Abend weitere Hiobsbotschaften gebracht: So die Aufstockung der Tiefgaragenplätze auf 100 und die Ankündigung, dass die Krankenhauskapelle eventuell abgerissen (und wieder aufgebaut) werden soll. Die Bürgerinitiative will nun als weitere Schritte einen Anwalt mit der Sache betrauen und ein unabhängiges Vekehrs- und Lärmgutachten erstellen lassen.

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