Salve, Römerhalle: Bald geht's los

+
Da will er rein: Tobias Niestatek, der Pächter der Römerhalle vor dem Objekt seines Tatendrangs.

Dieburg ‐ Nach dem Schlossgartenfest wird sie eingeweiht: Am Freitag, 29. Juli, findet abends die offizielle Eröffnung der neuen Römerhalle mit geladenen Gästen statt. Die Dieburger Bevölkerung hat am Sonntag, 30. Juli, bei einem „Nachmittag der offenen Tür“ Gelegenheit, die neue Halle genau in Augenschein zu nehmen - schließlich haben die Bürger die neue „Gudd Stubb“ der Stadt mit ihren Steuergeldern finanziert. Von Lisa Hager

Beim Eröffnungswochenende wird er schon alle Hände voll zu tun haben: der Pächter der Römerhalle, Tobias Niestatek. Der 30-Jährige kehrt über diese neue berufliche Herausforderung zu seinen Wurzeln zurück. Er ist in Dieburg geboren und aufgewachsen, seine Familie hat bis in die Achtziger Jahre ein bekanntes Spielwarengeschäft in der Rheingaustraße geführt.

Unter elf Bewerber für die Verpachtung der neuen Halle fiel die Entscheidung des Magistrats auf ihn. „Es hat bestimmt eine Rolle gespielt, dass ich von hier bin und familiären Rückhalt habe“, sagt der gelernte Koch, der während seiner Lehr- und Wanderjahre die große Welt kennengelernt hat. Seine Ausbildung hat er 2001 im „Sonnenalp Hotel & Resort“ im Allgäu begonnen. Bereits nach seiner Lehre wurde er Chef in seinen Aufgabenbereichen. Auch auf der „MS Europa“ hat er zweimal angeheuert. Wieder festen Boden unter den Füßen hatte er dann im „Hyatt Regency Per Sixty Six“ in Florida gearbeitet. Inzwischen kann er auf zwölf Jahre Berufserfahrung zurückblicken.

„Während der ganzen Zeit war es aber immer mein Wunsch, irgendwann nach Dieburg zurückzukehren“, sagt er. Sein eigentlicher Lebensmittelpunkt sei - auch während er im Ausland war - immer hier gewesen.

„Energiebündel mit feinem Gaumen“

Anfang 2009 wurde Niestatek Gastronomiechef im „BASEMontafon“ in St. Gallenkirch. Auf der dortigen Homepage wurde er als „Energiebündel mit feinem Gaumen“ bezeichnet. Von dort bringt er seinen „zweiten Mann“, einen gelernten Koch, mit nach Dieburg: Auch hier soll er Niestateks Stellvertreter werden. Momentan erwirbt sich der „Zweite“ Zusatzqualifikationen in Service und Management. „Man braucht jemanden, einen Allrounder, auf den man sich blind verlassen kann“, sagt Niestatek.

Er weiß, wie wichtig eine gut funktionierende Truppe für den Erfolg ist. Sein Stammteam wird anfangs vier bis sechs Personen umfassen. Und Erfolg wird er in Dieburg brauchen - die ganze Stadt wird ihn genau beobachten. Dass er unter Druck steht, ist ihm bewusst.

Meint er, diese große Aufgabe, die Gastronomie und das Management der Räume - der große Saal hat bei Reihenbestuhlung immerhin 636 Sitzplätze - meistern zu können? „Es wird nicht einfach werden“, räumt er ein. „Ich weiß, dass die Dieburger nichts verzeihen, es muss von Anfang an klappen“, sagt er schmunzelnd. Er sei aber auch nicht allein: Außer dem Sport- und Kulturamt der Stadt, das mit ihm Zugriff auf den Terminkalender für die Halle hat, kann er auf familiären Rückhalt zählen: Seine Lebensgefährtin wird in der Römerhalle miteinsteigen, sein Vater - ein pensionierter Banker - kümmert sich um die Buchhaltung.

Gutbürgerliches Haus mit moderaten Preisen

„Trotz aller Hilfe muss aber trotzdem einer die Fäden in der Hand halten - und das will ich schon selbst sein. Vor allem muss ein Wirt an vorderster Front beim Gast präsent sein, das ist das Wichtigste“, sagt er.

Und was stellt er sich im Gastronomiebereich vor? Das Restaurant mit 70 Sitzplätzen will er als gutbürgerliches Haus mit moderaten Preisen etablieren. „Das Angebot wird bodenständig sein. Familien müssen es sich leisten können, zusammen bei mir essen zu gehen“, beschreibt er die Vorstellung von einem ausgewogenen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Derzeit steckt er mitten in der Planung der Küche, in die er als Fachmann miteinbezogen ist. Einiges - auch die Herde - seien anfangs zu klein dimensioniert gewesen. „Wir müssen schließlich in der Lage sein, 500 Leute auf einmal zu bekochen“, so Niestatek.

Rein Ruhetag am Montag

Gibt es denn schon Anfragen oder gar Buchungen für die Räumlichkeiten? „Ja, und das freut mich besonders“, sagt der Pächter der spätestens bis Anfang Mai komplett vor Ort sein wird. Er hat schon Buchungen für Hochzeiten und Weihnachtsfeiern, auch Fastnachtsgruppen haben angefragt.

Bewusst will er gegen den Trend montags keinen Ruhetag einrichten, sondern einen anderen Tag wählen. Auf Nachfrage räumt er ein, dass die restlichen Monate des Jahres nach der Eröffnung Ende Juli erst mal ruhiger anlaufen werden. „Das ist ja ganz klar“, meint er. „Großveranstalter wollen sich bei neuen Hallen erst einmal die Räume ansehen, die vorhandene Bühnen- und Tontechnik prüfen, bevor sie buchen, die gehen kein Risiko ein.“ So richtig brummen, das weiß auch der hochmotivierte Pächter, wird die Römerhalle frühestens 2012.

Kommentare