Sanierung der Gutenbergschule

Weiter Warten auf den Gutachter

+
 Neue Akustik-Decken bekommt die neue Gutenbergschule. Das größere Problem verbirgt sich aber unterm Boden: ausgelaufenes Heizungswasser zwischen Estrich und Bodenplatte. Für den Zeitpunkt der „Havarie“ steht das Wort auf der Tafel: „Schneegestöber“ verweist auf den Winter.

Dieburg - Es passiert was in der Gutenbergschule auf dem Dieburger Schulcampus, aber es passiert nicht das, was eigentlich passieren sollte: Die Sanierung des durchfeuchteten Estrich-Bodenskann erst in Angriff genommen werden, wenn ein gerichtlich bestellter Gutachter den Schaden in Augenschein genommen und Verantwortliche benannt hat.

In der Zwischenzeit installiert ein Bautrupp in einem der Klassenräume testweise neue Akustikplatten gegen den Hall. „Eigentlich arbeiten wir damit verkehrt herum, denn dieses Installation wird bei dem vermutlich notwendigen teilweisen Ausbau des Estrichs völlig einstauben“, räumt Holger Gehbauer vom Da-Di-Werk bei einem Ortstermin ein.

„Die Testinstallation bietet uns aber Gelegenheit zu messen, ob wir mit unserer Konstruktion richtig liegen und gibt uns eine Basis für die weitere Planung.“

Der Laie von der Presse findet es erstaunlich, dass es in dem erst 2012 in Betrieb genommenen Schulneubau solche Probleme mit der Akustik gibt. „Kann man das nicht vorher zuverlässig planen?“, fragt er und erntet von Gehbauer ein Kopfschütteln. „Was bei dem Zusammentreffen verschiedener räumlicher Situationen und Materialien herauskommt, lässt sich vorab nicht genau ermitteln.“

Hohe Luftfeuchtigkeit und Schimmelbildung

Die Akustik ist das geringere Problem dieses Schulneubaus, der 2013 bereits wieder außer Dienst gestellt wurde, wegen zunächst unerklärlich hoher Luftfeuchtigkeit und beginnender Schimmelbildung. „Vermutlich liegen wir mit unserer Schadensanalyse ja richtig“, sagt Kreisschuldezernent Christel Fleischmann, beim Ortstermin ebenfalls zugegen, „aber amtlich festgestellt ist das noch nicht. Das Gericht hat vor sechs Wochen einen Gutachter bestellt, wir warten noch immer auf seinen Besuch, und bis dahin gilt hier aus Beweissicherungsgründen, dass wir am Schadensbild nichts ändern dürfen.“

Schadensbild? Eigentlich sieht man auf den ersten und auch auf den zweiten Blick gar keinen Schaden, denn der versteckt sich weitgehend zwischen Bodenplatte und Estrich. Dort ist es feucht, und wie das Wasser dahin kommt, dafür gibt es eine – gerichtlich allerdings noch nicht verifizierte – Erklärung: Die Heizungsrohre sind zwischen Bodenplatte und Estrich verlegt worden, vor Verlegung des Kautschukbodens ist auf den Estrich noch eine Ausgleichsmasse aufgebracht worden, und die ist teilweise in die Öffnungen der Rohre und an den Rohren entlang geflossen, weil zuvor die Abdichtungen weggeschnitten worden sind. Ein handwerklicher Fehler mit fatalen Folgen, denn der mit vielen Chemikalien angereicherte Zement hat die Stahlrohre so weit zersetzt, dass sie undicht wurden.

Neue Heizanlage verlegt

„Wo genau, das wissen wir nicht“, sagt Gehbauer. „Und deshalb müssen wir den Estrich öffnen, und die Fließrichtung des Wassers entlang arbeiten und den Boden so Abschnitt für Abschnitt sanieren.“ „Damit hätten wir schon längst loslegen können, können es aber nicht, weil es ja auch um versicherungsrechtliche Fragen und Schadenersatz geht, weil der oder die Verursacher gerichtlich festgestellt werden müssen und weil uns dazu der gerichtlich bestellte Gutachter einen Besuch abstatten muss, für den es noch keinen Termin gibt“, stöhnt Fleischmann.

Eines ist aber in der Zwischenzeit geschehen: Die Heizanlage hat ein neues Rohrsystem, auf Putz verlegt. An den Decken werden diese Rohre dann aber hinter der neuen Akustik-Installation verschwinden. 

sr

Kommentare