Sanitäter brillieren bei Heimspiel

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Nach einem „Kutschunfall“ im Schlossgarten haben die Johanniter alle Hände voll zu tun.

Dieburg - Kutschunfall im Schlossgarten und defektes Urinal in der Goetheschule: Zum Glück war am Wochenende nur Malheur zwei ein reales. Von Jens Dörr

Im Rahmen des Johanniter-Landeswettkampfes, dessen Schauplatz unter der Schirmherrschaft von Landrat Klaus Peter Schellhaas und Bürgermeister Dr. Werner Thomas am Samstag Dieburg war, übernachteten von Freitag auf Samstag auch viele Gäste aus dem Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saar in der Goetheschule. Dort kam es zum Toilettenproblemchen, bei dessen Behebung Holger Lehr selbst mit anpackte. Diese Anekdote erzählte das Vorstandsmitglied des Regionalverbands Darmstadt-Dieburg am Samstagnachmittag mit einem Augenzwinkern.

Bilder vom Landeswettkampf

Landeswettkampf der Johanniter

Volle Konzentration statt Herumalbern war hingegen beim nachgestellten Kutschunfall auf einem Weg im westlichen Teil des Schlossgartens gefragt. Die Pferde hatte sich die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) gespart, dafür reichlich Kunstblut auf die Schauspieler der RUD-Gruppe (Realistische Unfalldarstellung) aufgetragen. Aufgabe war die Diagnose der Verletzungen zweier Opfer sowie die Einleitung erster Hilfsmaßnahmen.

Retter hatten gut aufgepasst

Etwa hundert Meter davon entfernt ging es ausschließlich um die Diagnose und einen weniger dramatischen Fall. Ein Person mit rot geschminktem Gesicht lag auf dem Boden, zwei Einsatzkräfte mussten hier anhand von Fragen und Beobachtungen feststellen, was sie ereilt hatte. „Zu welchem Schluss seid ihr gekommen?“, hakte einer der Wettkampfrichter nach, als sich das geprüfte Johanniter-Duo etwas zu viel Zeit bei seiner Entscheidung ließ. Sie fassten zusammen: „Erhöhte Temperatur, rötliches Gesicht, letzter Toilettengang am Morgen, ein bis zwei Liter getrunken, Bodycheck ohne Auffälligkeiten - wir sagen, unsere Verdachtsdiagnose lautet Hitzschlag.“ Ein Volltreffer, wie kurz darauf der Unparteiische bestätigt. Bei der Vorbesprechung hatte die Wettkampfleitung auf eine - imaginäre - Vor-Ort-Temperatur von 30 Grad Celsius hingewiesen. Die Retter hatten gut aufgepasst. „Sonnenstich wäre falsch gewesen“, fügte der Kampfrichter an.

Dem „Verletzten“ geht es mit Spezialscheren erst mal ans T-Shirt...

Im Ringen um die bestmöglichen Leistungen zugunsten der Bevölkerung testet der JUH-Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland alle zwei Jahre das Können der Regionalverbände in diversen Disziplinen. In den geraden Jahren finden die Landes-, in den ungeraden Jahren die Bundeswettkämpfe statt. Für sie qualifizierte man sich am Samstag durch einen Sieg in Dieburg, den insgesamt 450 Helfer aus drei Bundesländern anstrebten.

Auszeichnung in der Römerhalle

Bei der nationalen Entscheidung in Regensburg 2013 wird - erneut - auch ein Team des JUH-Regionalverbands Darmstadt-Dieburg mit von der Partie sein: In der Wettkampfkategorie A (Sanitätshelfer ab 16 Jahren) platzierte sich der Gastgeberverband ganz oben auf dem Siegertreppchen. In den Kategorien B und C (Jugendmannschaften) siegte jeweils der Regionalverband aus Gießen. Die Kategorie S (aktive Helfer aus dem Rettungsdienstbereich ab 16 Jahren) entschied der Ortsverband Ludwigshafen für sich. Alle Teilnehmer mussten einen schriftlichen Test und Trageübungen absolvieren, je nach Kategorie standen auch Herz-Lungen-Wiederbelebung auf der To-do-Liste.

Am Abend wurden die Sieger in einer großen Abschlussveranstaltung mit Live-Band in der Römerhalle ausgezeichnet. Günther Lohre und Peter Kaimer, Landesvorstände im Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saar, sprachen den überwiegend ehrenamtlichen Helfern in der Region Darmstadt-Dieburg bei der Abschlussveranstaltung ihren Dank aus. „Dieburg war ein toller Gastgeber für unseren Wettkampf und unser Johanniter-Fest. Wir haben uns hier sehr willkommen gefühlt“, sagten sie. Landesausbildungsleiter Bernd Lautenschläger betonte den guten Ausbildungsstand der Helfer: „Mit diesem Nachwuchs sind wir gut für die Zukunft gerüstet.“

Gottesdienst in der evangelischen Kirche

Auch Holger Lehr Holger zog eine positive Bilanz des Landeswettkampfs: „Unsere Mühen in der Vorbereitung wurden mit tollem Wetter und einem wunderschönen Helferfest belohnt.“ Zu den Aktivitäten der JUH hatte am Samstag auch die Durchführung eine Rahmenprogramms mit Ponyreiten. Kinderschminken und Hüpfburg gehört.

Den zentralen Auftakt am Wettkampftag hatte ein Gottesdienst in der evangelischen Kirche gebildet, den Pfarrerin Dorothee Benner gemeinsam mit dem Landespfarrer der Johanniter, Andreas Mann, hielt.

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