Schäden nicht nur an Hauptverkehrsadern

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Ziemlich unterschiedlich ist die Qualität der Straßen in Dieburgs Osten.

„Dieburg, Deine Straßen“: Im Osten der Stadt schüttelt es einen auch in Ring- und Theobaldstraße durch. Von Jens Dörr

Dieburg - Die Verkehrswege einer Stadt sind immer Gesprächsthema. Geschuldet den klammen Haushalten, harten Wintern und einem Schwerlastverkehr, der sich nicht immer an die Durchfahrtsverbote hält, sind in den vergangenen Jahren viele innerstädtische Straßen in teils erbärmliche Zustände geraten. Das ist auch in Dieburg der Fall. Der DA hat sich einen Überblick über die Quartiere der Stadt verschafft und zeigt, wo es Missstände, aber auch positive Beispiele im Straßenbild gibt. Heute steht der Osten Dieburgs im Blickpunkt.

Hier gibt es kein Drumherumreden: Die Groß-Umstädter Straße ist eine Katastrophe. Besonders ein längerer Abschnitt nördlich der Einmündung zur Johann-Sebastian-Bach-Straße schüttelt Autofahrer kräftig durch und animiert zum – nicht ungefährlichen – Zickzack-Kurs. Die erlaubten 50 Stundenkilometer fährt dort schon lange nicht mehr jeder, schließlich ist das Auto des Deutschen liebsten Kind. Und einem Ding, für das man aber gewiss häufig Emotionen aufbringt, tut man die Tortur des Schlagloch- und Flickenteppich-Düsens nicht gerne an.

Die Stadt Dieburg und die Lokalpolitik haben das Problem inzwischen auch klar erkannt und benannt, die grundhafte Erneuerung der Groß-Umstädter Straße befindet sich in der Vorplanung.

Hauptverkehrsader im Osten der Stadt ziemlich beschädigt

Allerdings ist auch eine zweite Hauptverkehrsader im Osten der Stadt ziemlich beschädigt: Der östliche Teil der Aschaffenburger Straße, wenn auch weniger stark befahren als die Groß-Umstädter Straße, muss sich mit schlechten Noten begnügen (siehe Grafik und Legende).

Nicht nur die beiden längsten und breitesten Straßen im Dieburger Osten sehen an einigen Passagen arg mitgenommen aus und bescheren Fahrfrust statt Fahrlust: Ein Teil der Ringstraße, gerne als Abkürzung zwischen Aschaffenburger und Groß-Umstädter Straße genutzt, um die Ampeln an der „Spieß-Kreuzung“ zu umgehen, weist ebenfalls deutlich sicht- und spürbare Beschädigungen auf.

Ziemlich unterschiedlich ist die Qualität der Straßen in Dieburgs Osten.

Die Ringstraße ist ein Beispiel dafür, weshalb in Dieburg und andernorts nicht immer gleich grundhaft erneuert, sondern oft immer wieder nur notdürftig geflickt wird. Das erläutert Michael Dingeldey, Tiefbau-Experte vom städtischen Bauamt: „Bei vielen Maßnahmen muss ich mich mit den Versorgern absprechen, mich mit deren Arbeiten abstimmen.“ Was konkret heißt: Meistens wird eine Straße erst dann „richtig“ saniert, wenn dort auch Kanalarbeiten vorgenommen werden, an Gas-, Wasser- und Stromversorgung gewerkelt wird. So sieht es auch bei der Ringstraße aus: Obwohl man wisse, dass die Straße schlecht ist, werde dort zunächst nur notdürftig repariert, so dass zumindest die Verkehrssicherheit gewährleistet sei.

Hauptverkehrsadern höher gewichtet als Anliegerstraßen

Prinzipiell müsse man sich auch im Klaren darüber sein, dass Hauptverkehrsadern höher gewichtet werden als Anliegerstraßen. Für Hauptverkehrsstraßen könnten beim Land Hessen zudem Zuschüsse beantragt werden, die Finanzierung würde nicht alleine den Stadtsäckel belasten. Die unbefriedigende Wilhelm-Leuschner-Straße sowie der nördliche Teil der Theobaldstraße stehen also nicht ganz oben auf der Prioritätenliste, weil für den allgemeinen Verkehrsfluss weniger bedeutend.

In Einzelfällen gibt es derweil auch Gegenbeispiele, wo Sanierungen nicht mit den Arbeiten der Versorger zusammenfallen: In der Fröbelstraße etwa wurde vor einiger Zeit der Asphalt erneuert – und sonst nichts.

Ein Positivbeispiel für die Straßen im Dieburger Osten ist im sanierten Viertel Am Monfelder See, Minnefeldersee-, Rathenau- und Rodgau-Straße zu finden. Die auf Pflastersteinen beruhende Bauweise ermöglicht auch nachträgliche, unsichtbare Ausbesserungen.

Quelle: op-online.de

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