Schiedsamt: Der Weg lohnt sich

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Joachim Blaeschke an seinem neuen Arbeitsplatz in Darmstadt: Der 55-Jährige wurde vergangene Woche zum Vizepräsident des Landgerichts Darmstadt berufen. Er war vorher fast fünf Jahre lang Amtsgerichtsdirektor in Dieburg.

Dieburg (eha) ‐  Die 16 Schiedsämter in den Gemeinden, die zum Bezirk des Amtsgerichts Dieburg gehören, stellten jetzt ihre Geschäftsergebnisse für das Jahr 2009 vor. „Und das Ergebnis kann sich sehen lassen“, erklärt Joachim Blaescke, bis vor einer Woche noch Direktor des Amtsgerichts Dieburg, jetzt Vizepräsident des Landgerichts Darmstadt.

Die Schiedspersonen sind befugt, sowohl in bürgerlichen Rechtstreitigkeiten als auch bei bestimmten strafrechtlichen Vorwürfen mit den Betroffenen Schlichtungsverfahren durchzuführen. Ziel ist die einvernehmliche Lösung des Konflikts.

Die Schiedspersonen für Dieburg heißen Wolfgang Hönche und Stefan Baumgart (Stellvertreter). Den Kontakt vermittelt die Stadtverwaltung.

Die Zahlen liegen deutlich über denen des Vorjahres. So wurden 2009 insgesamt 34 Anträge in bürgerlichen Streitigkeiten und sieben Anträge mit strafrechtlichem Hintergrund gestellt. „Damit haben sich die Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Dies ist umso bemerkenswerter, als in den früheren Jahren der Trend eher in die andere Richtung ging“, stellt Blaeschke fest. Auch bei den formlosen Verfahren, um die sich die Schiedsmänner und –frauen im persönlichen Gespräch, gewissermaßen „zwischen Tür und Angel“, kümmern, gab es eine deutliche Steigerung auf 57 Fälle. „Es scheint sich doch langsam herum zu sprechen: Der Weg zum Schiedsamt lohnt sich“, so Blaeschke, der in Nachfolge von Günter Huther 2005 Amtsgerichtspräsident in Dieburg wurde.

Konflikte müssen nicht gleich vor Gericht ausgefochten werden

In wirtschaftlich schwierigeren Zeiten würden die Bürger erkennen, dass Konflikte nicht immer gleich vor Gericht ausgetragen werden müssten. Die Schiedsämter böten eine kostensparende Plattform, um im persönlichen Gespräch eine Einigung zu suchen, mit der beide Seiten leben können, ohne dass es Verlierer oder Gewinner gibt. „Bei Streitigkeiten des täglichen Lebens, insbesondere bei Nachbarschaftskonflikten, im Fall von Ehrverletzungen, kleineren Tätlichkeiten, Sachbeschädigungen oder bei finanziellen Streitigkeiten sollte der erste Weg zum Schiedsamt führen. Kommt es dort zu keiner Einigung, steht immer noch der Weg zum Gericht offen“, rät Blaeschke.

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