„Schlag die Prinzengarde“

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Für den Auftritt im Jubiläumsjahr wird die Tanzgarde der Dieburger Prinzengarde diesmal ganz speziell geschminkt.

Dieburg (jd) ‐  Nicht schlecht staunten die bisherigen Besucher der ersten Fastnachtssitzungen zu Beginn des Gardetanzes im großen Finale: Anleihen aus der Rhythmischen Sportgymnastik waren da zu sehen – und auch sonst präsentierte die Tanzgarde der Prinzengarde einen äußerst packenden, wahrlich fulminanten Tanz.

Von extrem langsamen, filigranen Elementen bis hin zu ganz schnellen haben wir allerlei eingebaut“, verrät Melanie Eisentraud, die die Tanzgarde trainiert. In den vorherigen Jahren habe man stets „Marsch“ als Stilrichtung getanzt, diesmal sei es die „Polka“. Und das ist noch immer nicht alles, was den Gardetanz am Ende der KVD-Sitzungen in diesem Jahr so speziell macht: Sonst tragen die Tänzerinnen und Tänzer Einheitsschminke, in diesem Jahr werden sie speziell hergerichtet. Auch die Kostüme sind anders und aufwändiger als sonst, wurden extra für 2009 geschneidert.

Viel Aufwand in jedem Jahr, noch mehr in diesem und den vergangenen Monaten, in der die Truppe um Eisentraud so manche freie Stunde für hartes Training aufwendete. Hintergrund: Die Dieburger Prinzengarde wird 60 – das Jahr 2010 ist also ein ganz besonderes für den Verein mit seinen rund 200 Mitgliedern. Wenn gerade durch die Auftritte der Tanzgarde auch überwiegend die Damen in Erscheinung treten – die Mehrheit der Prinzengarde ist männlich.

Die ersten Frauen liefen nur bei Umzügen mit

Das war bei der Gründung 1950 und in den Jahren danach sogar noch einseitiger: Zunächst waren es ausschließlich Herren der Schöpfung, die sich als eher lockere Formation zum Schutze des Prinzenpaares organisierte. „Die Frauen kamen erst später hinzu, liefen dann erst mal im Umzug mit“, weiß Thomas Sattig, Bühnenaktiver der Tanzgarde, zu berichten. Aus diesen Frauen entwickelte sich schließlich die Tanzgarde, die mit ihren wirbelnden Darbietungen heute regelmäßig das Auge erfreut. Wobei der Kern einst aus einer Tanzformation des TV Dieburg hervorging, die zunächst – ohne Männer – vor allem klassisch die Beine schwang. Das immer wieder zu bestaunende Maß an Akrobatik kam laut Aussage von Eisentraud erst in der jüngeren Vergangenheit hinzu. Wie auch die männlichen Partner für die „Mariechen“: Im Jubiläumsjahr besteht die Tanzgarde der Dieburger Prinzengarde aus 16 Frauen und fünf Männern.

Angesichts der bekannten Feierfreudigkeit der sympathischen Dieburger Vereinigung ist es klar, dass die vergangenen 60 Jahre im Rahmen eines großen Fests begangen werden: Die Tage vom 18. bis 20. Juni sollten sich nicht nur Fastnachter unbedingt schon jetzt dick markieren im Kalender. Dann nämlich steigen die Feierlichkeiten, die in der Albinistraße auf dem Grundstück der Familie Ostner stattfinden werden. Schon im vergangenen Jahr packte die Garde dort an, damit das Fest in diesem Jahr reibungslos über die Bühne gehen kann. Vieles rund um das Jubiläum hält die Garde noch geheim, ein paar Dinge werden aber schon verraten: Live-Musik mit Bands wird es geben, überdies einen Wettkampf mit dem Titel „Schlag die Prinzengarde“. Auch eine eigene Website rund um das Jubiläum wird demnächst online gehen.

Jubiläen wurden stets groß gefeiert

Dass die Prinzengarde Jubiläen getreu ihrem Motto – „Die Garde isst und trinkt – übergibt sich aber nicht!“ – zu begehen weiß, zeigt die Vergangenheit: Das 25-jährige Bestehen wurde groß am „Spießfeld“ begangen, das 30-jährige am Landratsamt, das 40-jährige im Schlossgarten. 50 Jahre Prinzengarde feierte man auf dem Marktplatz – und wer die Persönlichkeiten der Garde kennt, ahnt, dass sie in diesem Jahr gar noch eins draufsetzen könnte. Und als ob das nicht alles schon genug wäre: Am 18. Juni spielt auch noch die Fußball-Nationalmannschaft ihr WM-Spiel gegen Serbien. Bereits um 13.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit – passend für einen stimmungsvollen Festauftakt.

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