Schlechte Karten für „ProMarkt“

Dieburg ‐   Mit hoher Wahrscheinlichkeit bekommt Dieburg keinen „ProMarkt“ auf der „grünen Wiese“ neben dem „toom-Baumarkt“. Zumindest hat der Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr dafür keine Empfehlung für die nächste Stadtverordnetensitzung ausgesprochen. Von Dirk Beutel

Insbesondere die ursprünglichen Pläne des Parlaments, an dortiger Stelle einmal ein neues Sportgelände zu errichten, wurden als wesentliches Argument gegen den Markt ins Feld geführt. „Da uns kein echter Alternativstandort bekannt ist, dürfen wir nicht leichtfertig auf diesen Standort verzichten“, sagte Dr. Harald Schöning (CDU). Er zog damit gleich mit dem Appell von Wilhelm Reuscher (FDP): „Wir dürfen uns den Standort nicht verbauen.“ Würde das Parlament der Errichtung eines Elektromarktes mit Stellplätzen grünes Licht geben, wäre die dann verbleibende Restfläche für eine Sportanlage, wie sie die Parlamentarier vorsehen, nicht groß genug. Nach bisherigem Wissensstand käme als potenzieller Ausweichort lediglich das gegenüberliegende Gebiet in Frage, wo sich derzeit der Skaterpark befindet. Doch ob diese Fläche tatsächlich in Frage käme, müsse erst noch geprüft werden.

Sortimentsliste sorgt für Aufregung

Darüber hinaus sorgte die an diesem Donnerstagabend vorgelegte Sortimentsliste des Elektromarktes für heftige Kritik an dem Bauprojekt: „Mindestens sechs Läden in der Innenstadt werden durch diesen Markt pleite gehen oder zumindest heftige Einbußen zu erwarten haben“, prognostizierte Andreas Will (Grüne).

Mit dieser Sorge steht er nicht alleine da. In ähnlicher Form äußerte sich der Vorsitzende des Gewerbevereins, Erich Kleene: „Nach unseren Erkenntnissen führt der Elektromarkt Produkte, die das Warensortiment der innerstädtischen Fachgeschäfte beinhalten. Daher ist mit einem Verdrängungswettbewerb zu rechnen. Es besteht die Gefahr, dass das innerstädtische Angebot weiter verarmt und die Attraktivität des Warenangebots abnimmt.“

Innerstädtische Struktur soll gestärkt werden

Auf die einhellige Ablehnung der Ausschussmitglieder reagierte Rechtsanwalt Alfons Faust, Vertreter des Rewe-Konzerns, mit Abwinken: „Die Entscheidung, wie sie die Dieburger Bevölkerung versorgen möchten, liegt bei ihnen. Eine Existenzgefährdung der Geschäfte in der Innenstadt sehen wir nicht.“ Hierzu betonte Reuscher noch einmal, dass es das Ziel des Parlaments sei, die innerstädtische Struktur zu stärken und nicht zu benachteiligen.

Bürgermeister Dr. Werner Thomas erinnerte zum Abschluss der Debatte allerdings an eine Statistik, die während des Stadtleitbildprozesses erstellt wurde. Demnach hätten 66 Prozent der befragten Bürger das Konsumangebot von TV- und Elektrogeräten in Dieburg als schlecht eingestuft.

Die Entscheidung über die Ansiedlung des Markts fällt in der nächsten Sitzung der Stadtverordneten.

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