„Schlichten ist immer besser als richten“

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Schiedsamt, Ortsgericht: Diese Schilder am Rathauseingang weisen auf die Stellen hin.

Dieburg - Die 16 Schiedsämter in den Gemeinden, die zum Bezirk des Amtsgerichts Dieburg gehören, haben jetzt ihre Geschäftsergebnisse für das Jahr 2008 präsentiert. Von Lisa Hager

„Leider ist festzustellen, dass die Arbeit der Schiedsämter in der Bevölkerung immer noch zu wenig bekannt ist“, erklärt Joachim Blaeschke, der Direktor des Amtsgerichts Dieburg, dazu. Die Schiedspersonen sind befugt, sowohl in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten als auch bei bestimmten strafrechtlichen Vorwürfen mit den Betroffenen Schlichtungsverfahren mit dem Ziel einer einvernehmliche Lösung des Konflikts durchzuführen.„Obwohl dies ein ausgesprochen bürgerfreundliches, unbürokratisches und auch preiswertes Verfahren ist, an dessen Ende eine notfalls auch vollstreckbare Einigung stehen kann, wird noch immer zu wenig davon Gebrauch gemacht“, bedauert Blaeschke.

Mehr Informationen

zum Schiedsamt gibt es auf den Internetseiten des Bundes Deutscher Schiedsmänner

und Schiedsfrauen.

Im Jahr 2008 sind 14 förmliche Schlichtungsverfahren in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten vor die Schiedsämter des Bezirks des Amtsgerichts Dieburg gebracht worden, weitere 33 Fälle konnten die Schiedspersonen sogar ohne ein förmliches Verfahren schlichten. Daneben wurden acht strafrechtliche Schlichtungsverfahren anhängig gemacht. Die Zahlen liegen damit in etwa auf dem Niveau der vorangegangenen Jahre.

„Schlichten ist immer noch besser als richten“,betont der Direktor des Amtsgerichts. Konflikte müssen nicht immer gleich vor Gericht ausgetragen werden. Gerade bei den Streitigkeiten des täglichen Lebens hinterlassen vor Gericht erstrittene Urteile nicht selten nur Verlierer: Die Beziehungen bleiben angespannt, der Konflikt schwelt unter der Oberfläche weiter.

Die Schiedsämter bieten demgegenüber eine schnelle, kostengünstige und kompetente Hilfestellung: Gelingt es ihnen, im persönlichen Gespräch mit den Betroffenen eine Einigung herbeizuführen, gibt es keine Verlierer, sondern nur Gewinner. „Deswegen kann ich bei Streitigkeiten des täglichen Lebens, insbesondere bei Nachbarschaftskonflikten, im Fall von Ehrverletzungen, kleineren Tätlichkeiten, Sachbeschädigungen oder bei finanziellen Streitigkeiten nur empfehlen, zunächst das Schiedsamt am Wohnort um seine Hilfe zu bitten“, sagt Blaeschke. in manchen Fällen sei dies sogar zwingend vorgeschrieben. Komme es dort zu keiner Einigung, stehe immer noch der Weg zum Gericht offen.

Die jeweilige Stadt- oder Gemeindeverwaltung gibt Auskunft darüber, wann und wo der zuständige Schiedsmann oder die zuständige Schiedsfrau zu erreichen ist.

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