Um Zukunft herrscht Verwirrung

57. Schlossgartenfest beginnt mit tollem Zuspruch

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Mit der Verpflichtung der Rock-Coverband „Pfund“ landeten Stadt und Festwirtin am Freitagabend einen Volltreffer. Viele Besucher waren gezielt wegen dieser Gruppe aufs Schlossgartenfest gekommen.

Dieburg - Bei perfektem Sommerabend-Wetter stiegen die Dieburger und Besucher aus dem Umland ins Schlossgartenfest ein. Bei aller Ausgelassenheit bleibt doch ein Rätsel. Von Jens Dörr 

Das 57. Dieburger Schlossgartenfest hat am Wochenende viele tausend Besucher angelockt. Vor allem der Freitag stellte einen Festauftakt mit tollem Zuspruch und gelungenem musikalischen Akzent dar. Doch darüber, wer das Fest in den nächsten Jahren ausrichten wird, herrscht seit ein paar Tagen mehr Verwirrung denn je.
Bisher lautete die offizielle, vom städtischen Magistrat als Veranstalter sowie Festwirtin Ilona Böhm als Ausrichterin kommunizierte Version: Stadt und Böhms Unternehmen Gastronomie Hamel-Zelt haben einen Vertrag über die fünfjährige Ausrichtung des Dieburger Schlossgartenfests geschlossen. In diesem Jahr stemmt Böhm das Ereignis zum vierten Mal. 2019 wäre vertragsgemäß das letzte Mal unter ihrer Regie – sofern der Magistrat den Vertrag nicht verlängert.

Schon einige Tage vor dem Fest erhielt unsere Zeitung allerdings Hinweise darauf, dass der Vertrag mit Böhm nach der Auflage 2019 gar nicht endet.

Seitens der Stadt hieß es vorab auf Anfrage, dass sich am Vertragsende 2019 nichts geändert habe. Am Freitagabend kam Böhm kurz vor der Festeröffnung indes auf unsere Zeitung zu und betonte mit Blick auf die angeblich 2019 endende Vertragslaufzeit: „Wir bleiben länger da!“ Ein wenig schien sie dies auch als Kampfansage verstanden wissen zu wollen: Gerade zwei Schaustellerbetriebe aus dem Rhein-Main-Gebiet, die Böhm namentlich erwähnte, seien schon ganz scharf darauf, nach 2019 in die Bresche zu springen. Von diesen Seiten soll hinter den Kulissen auch immer wieder intrigiert und am Image ihres Betriebs gekratzt werden. Derlei lässt sich für Außenstehende aktuell aber ebenso wenig seriös beurteilen wie der tatsächliche Vertragsinhalt zwischen Stadt und Festwirtin.

Bürgermeister Frank Haus sagte am Freitagabend nochmals, das Vertragsende sei das Jahr 2019. Allerdings werde er das Schriftstück, das aus der Amtszeit seines Vorgängers Dr. Werner Thomas stammt, noch einmal näher einsehen.

Ohne Skepsis beipflichten konnte man Dieburgs Rathauschef derweil bei seiner Einschätzung zum Festauftakt: „Wann hat man in den letzten Jahren am Freitagabend den Biergarten so voll gesehen wie heute?“, fragte er rhetorisch und blickte schon gegen 21 Uhr auf eine große Menschenmasse. Bei perfektem Sommerabend-Wetter hielt sich naturgemäß niemand im Festzelt auf, dafür drängten sich die Besucher zunehmend auch auf dem Weg zwischen Biergarten und Zelt.

Auf der dortigen Bühne rockte am Freitag die südhessische Coverband „Pfund“ um den besonders prominenten Sänger Markus Philipp, den viele als Moderator der Sportsendungen im Hessenfernsehen sowie mitunter auch aus der „Sportschau“ kennen. Das Engagement dieses „Zugpferds“ erfüllte seinen Zweck vollauf. Die Gruppe lockte auch Leute auf Dieburgs Festplatz, die gezielt wegen der Musiker gekommen waren. Ins Budget gepasst hatte die Band aufgrund einer Kostenteilung bei ihrer Verpflichtung zwischen Böhm auf der einen sowie Stadt Dieburg und Darmstädter Brauerei auf der anderen Seite.

Bilder vom Schlossgartenfest in Dieburg

Wem „Pfund“ noch nicht genug Party beschert hatte, der fand am Freitag in der von einem externen Pächter betriebenen Bar im Dieburger DJ Robby (Mathy) eine sichere Bank.

Da kam die Band „Groovemonkeys“ als Hauptact am Samstagabend nicht mit. Am Sonntag spielten „En Haufe Leit“ (Jazz aus Darmstadt), „Breakfast at Caroline’s“ (Rock aus Dieburg und Groß-Zimmern) sowie „Endorphine“ (Rock um den Babenhäuser Marino Neralic) – allesamt Gruppen mit lokalem Bezug. Ein Ansatz, der laut Stephan Blumenschein vom Marketing der Gastronomie Hamel-Zelt 2019 weiterverfolgt und ausgebaut werden soll.

Oder noch länger, wie es Festwirtin Ilona Böhm am Freitag selbstbewusst formulierte.

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