Festwirtin Ilona Böhm bislang zufrieden

Dosenwerfen und Geselligkeit beim Schlossgartenfest

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Nicht nur im Festzelt herrschte gute Stimmung, auch der Rummelplatz lockte wieder Jung und Alt.

Dieburg - Das 56. Dieburger Schlossgartenfest, das noch bis zum heutigen Montag um Mitternacht dauert und ab 22 Uhr mit einem Höhenfeuerwerk auf die Zielgerade einbiegt, ist das dritte unter der Ägide von Ilona Böhm. Von Jens Dörr

Die Geschäftsführerin des Unternehmens Gastronomie Hamel-Zelt richtet das viertägige Heimatfest seit 2015 im Auftrag des städtischen Magistrats aus – und zeigte sich beim Zwischenfazit zufrieden. Nach einiger Kritik in den beiden Vorjahren, der sich die Mannheimerin offen stellte, sieht sie in diesem Jahr im Verhältnis auch zum kritischen Teil des Publikums Fortschritte. Bei Halbzeit zeigte sie sich am Sonntagnachmittag zufrieden.

„Das Fest ist bisher gut verlaufen“, zog Böhm ein Zwischenfazit. Das bezog sie nicht nur auf Freitag und Samstag, sondern auch auf die ersten Stunden des Sonntags. Bei „En Haufe Leit“ aus Darmstadt war der Biergarten bereits um die Mittagszeit zu drei Vierteln besetzt. Seiner Kapazitätsgrenze hatte sich der – bei schönem Wetter – wichtigste Anlaufpunkt auf dem Festplatz schon am Freitag- und Samstagabend genähert. Gerade am Samstag sei zu späterer Stunde auch auf dem Rummelplatz auf der anderen Seite des bislang ungenutzten Festzelts viel los gewesen. „Tagsüber war der Samstag etwas verhalten.“

Doch der Reihe nach. Seinen Anfang nahm das einstmals von den größten Vereinen der Stadt im Wechsel ausgerichtete Fest auch diesmal wieder mit dem Bieranstich am frühen Freitagabend. Gab sich Bürgermeister Werner Thomas vor der Bearbeitung des Fasses noch selbstbewusst („Mehr als drei Schläge habe ich noch nie gebraucht“), so lief es diesmal auf mehr Versuche hinaus. Als der erste Schaum abgelassen war, machten im Beisein geladener Gäste aus Politik, Stadtverwaltung und Vereinen die ersten Gläser Gerstensaft ihre Runde.

Ehe die Gruppe „Moonlights“ der Dance Company Dieburg die Bühne gen Biergarten hin mit einer kleinen Tanzshow belebte (die andere Bühnenseite im Zelt wurde wegen des guten Wetters wie die Plätze im Zelt bislang nicht gebraucht) und wie am Samstagabend die Groovemonkeys Partyhits spielten, sprach Festwirtin Böhm wie Werner Thomas kurz zur Begrüßung. Im Beisein des in Kürze in den (Un-)Ruhestand gehenden Stadtvaters, der CDU-Bundestags-Abgeordneten Patricia Lips, der Babenhäuser FDP-Kandidaten Milena Scinardo sowie zweier Vertreter der Darmstädter Brauerei wurde Ulrike Posselt und Ute Thomas vom städtischen Kulturamt besondere Anerkennung zuteil. Sie hatten für die Buden und Fahrgeschäfte auf dem Rummelplatz Ausschreibung und Papierkram erledigt, während Böhm die Anordnung der Attraktionen auf dem Festplatz oblag.

Bilder: Schlossgartenfest in Dieburg

Dort strukturierte sie diesmal einiges um: So bekam nicht nur der Autoscooter einen neuen Standplatz. Mit diesem Jahrmarkt-Klassiker war nach dem Fehlen im vergangenen Jahr im Offenbacher Unternehmen Ferling wieder eine echte Institution mit von der Partie. Ferling gehört zu den Beteiligten der ersten Stunde, war in 56 Jahren mit Ausnahme von 2016 immer dabei. Derzeit befindet er sich auf dem Festplatz etwa in Gesellschaft von Schießbude, Dosenwerfen, Entenheben, Kinderkarussells, einem Flugsimulator, einem Wellenflug sowie zweier recht wilder weiterer Fahrgeschäfte.

Die sind vor allem etwas für das jüngere Publikum und für Familien. „Die Familien und Älteren sind meistens bis 22 Uhr da, dann kommt es bei den Besuchern zu einem Wechsel“, beobachtete Böhm am Wochenende. „Zu späterer Stunde kommen vor allem viele im Alter von 20 bis 30 Jahren.“ Die lockt besonders das von Böhm untervermietete Barzelt mit Drinks und DJs. „Am Freitag und Samstag wurde dort bis 4 Uhr gefeiert.“ Einer unschönen Randerscheinung sei am Freitagabend durch die Polizei der Garaus gemacht worden: Ein Dealer habe Böhm zufolge versucht, Tabletten an den Mann zu bringen. Er sei in Gewahrsam genommen worden.

Bilder: Schlossgartenfest in Dieburg

Für den Samstagabend hatte die Ausrichterin derweil „Mallorca-Feeling“ versprochen, das sich tatsächlich nicht so recht einstellen wollte. Zwar wurden aus dem angekündigten „Überraschungsgast“ sogar zwei Sänger – die Frontleute der „Fuchshecker“ sowie von „Ramba Samba“, die mit ihren Bands am Sonntag und heutigen Montag erneut auftraten beziehungsweise noch auftreten (heute Ramba Samba ab 17 Uhr, zuvor ab 12 Uhr LetSwing). Der Funke sprang trotz aller Animation jedoch kaum über. „Die Dieburger haben da leider nicht so mitgemacht“, meinte Böhm. „Im nächsten Jahr versuchen wir da was anderes. Helene Fischer kriege ich aber nicht.“

Zudem schwebe ihr vor, den Raum nach Süden hinein in den Schlossgarten noch besser auszunutzen. Am südlichen Ende des Biergartens waren bereits sichtbehindernde Getränkewagen und Zelte verschwunden, gaben den Blick ins Grün frei. „Dort könnte auch mal eine Bühne stehen“, regte Ilona Böhm an. Und fügte ihre Einschätzung hinzu, dass der Großteil der Besucher so langsam mit der „neuen“ Festwirtin warm werde: „Die Dieburger nehmen auf dem Fest immer mehr Kontakt mit mir auf. „Sie werden aufgeschlossener.“ Für Anregungen und konstruktive Kritik stehe sie im persönlichen Gespräch weiterhin gerne zur Verfügung.

Bilder: Schlossgartenfest in Dieburg

Quelle: op-online.de

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