Profi-Festwirt übernimmt

Schlossgartenfest findet doch statt

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Zu bayerisch war im Jahr 2012 manchem das Schlossgartenfest – das Festzelt (wie unser Foto zeigt) war aber gut besucht. Der damalige Ausrichter Franz Widmann ist nach Informationen unserer Zeitung ein heißer Kandidat als Festwirt 2019.

Dieburg – Das heruntergekommene Schlossgartenfest soll auch in diesem Jahr über die Bühne gehen – mit einem Profi-Festwirt. Ein Kandidat ist Franz Widmann. Dieburger Vereine sollen erst 2020 stärker eingebunden sein. Von Jens Dörr

Das Dieburger Schlossgartenfest findet auch in diesem Jahr statt. Das ist das wichtigste Ergebnis eines Treffens von etwa 40 Vertretern aus Vereinen, Verwaltung, Lokalpolitik und Stadtgesellschaft, das am Dienstagabend im Rathaus stattfand. Größere Neuerungen sind allerdings erst ab 2020 zu erwarten.

Eins vornweg: Der Termin für das Schlossgartenfest 2019 steht noch nicht fest. Am Dienstag, so schildern es Teilnehmer der von Bürgermeister Frank Haus (parteilos) moderierten Veranstaltung, kristallisierte sich aber heraus, dass das Fest auch in diesem Jahr – in dem die Vorbereitungszeit so langsam knapp wird – über die Bühne gebracht werden soll. Zuvor hatte es durchaus Stimmen gegeben, das Fest in diesem Jahr ganz ausfallen zu lassen und sich Zeit für die gründliche Erarbeitung eines neuen Konzepts zu nehmen.

Das eine schließe das andere aber nicht aus, erläuterte nach der Sitzung Frank Haus. „Um die Vereine stärker einzubinden, wird es in diesem Jahr zeitlich zu eng“, sagte er. Das sei auch am Dienstag, als rund 15 Dieburger Vereine vertreten waren, deutlich geworden. „Die Hauptlast soll in diesem Jahr noch einmal ein professioneller Festwirt übernehmen, damit wir den Faden nicht verlieren.“ 2019 werde dieser noch zu findende Festwirt von den Vereinen allenfalls leicht flankiert. Nach Informationen unserer Zeitung sondierten in das Thema involvierte Dieburger schon die Bereitschaft des Unternehmers Franz Widmann, der das Schlossgartenfest 2012 im bayrischen Stil ausgerichtet hatte. Ab 2020 soll dann eine stärkere Einbindung der Vereine erfolgen.

Inwiefern fürs nächste Jahr bisher gesetzte Elemente des Heimatfests auf den Prüfstand kommen, bleibt abzuwarten. Klar scheint aber für 2019, dass die immer wieder kritisierten Bestandteile wie ein zentrales (bei gutem Wetter oft verwaistes) Festzelt und ein Vergnügungspark mit Buden und Fahrgeschäften (hier fand in den Vorjahren eher die dritte Garnitur den Weg nach Dieburg) erhalten werden sollen.

Weshalb, erläutert Jürgen Schaarvogel, der den Zusammenschluss „Freunde des Schlossgartenfests“ am Dienstagabend zusammen mit Wolfgang Dörr und Regina Busch vor Ort vertrat: „Ein Festzelt zu mieten, würde 30 000 Euro kosten - und auch der oft geforderte große Schirm, wie es ihn mal auf dem Maimarkt gab, kostet viel.“ Derlei könne nur über die Vergabe an einen professionellen Festwirt realisiert werden. „Und der Vergnügungspark ist wegen der Standgebühr der Buden und Fahrgeschäfte ebenfalls in finanzieller Hinsicht wichtig. Außerdem lockt er ja auch Leute an.“

Schaarvogel lobte außerdem das „Sommerfest der Römerhalle“, das Noch-Pächter Tobias Niestatek im August 2018 erstmals im Schlossgarten veranstaltet hatte. Schaarvogel ordnete es aber eher als wünschens- und erhaltenswerte separate Veranstaltung denn als potenziellen Schlossgartenfest-Ersatz ein. Nun gehe es für 2019 darum, „einen Betreiber und die Fahrgeschäfte zu finden und den Rest drumherum zu bauen“.

Spannend zu sehen sein wird, inwiefern die Anregung von Bürgermeister Haus verfängt, städtisches Geld für die externe Konzepterstellung für die Feste 2020 und danach in die Hand zu nehmen. Dies war dem Vernehmen nach schon am Dienstag umstritten. Einigkeit herrschte aber in einer anderen Sache: „Es haben alle eingesehen, dass das Fest 2019 über die Vereine nicht zu stemmen ist“, so der Rathaus-Chef. Zu klären ist, wie die Konstellation ab 2020 genau aussehen könnte. Weiter besprochen werden soll derlei in einem engeren „Planungskreis mit einer Handvoll Leuten“.

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